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Michael Thoß mit einem Eimer Erdkröten an der Beegerstraße: Die Weibchen nehmen die Männchen huckepack.

Foto: Joachim Thoss

Kröten auf Wanderschaft: Nächstes Jahr durch Tunnel?

Seit sechs Jahren trägt Naturschutzhelfer Michael Thoß Lurche über die Auerbacher Beegerstraße. Wenn alles gut geht, muss er dies ab dem nächsten Jahr nicht mehr tun.

Von Bernd Appel
erschienen am 31.03.2017

Auerbach. Anfang März hat Michael Thoß (68) die ersten Krötenschutzzäune an der Beegerstraße aufgestellt, am 17. März landete dann der erste Lurch in einem der eingegrabenen Eimer. "Bisher habe ich rund 300 Erdkröten sowie vier Bergmolche und zwei Teichmolche über die Straße getragen - dass sind schon jetzt etwa so viele Tiere wie im gesamten letzten Frühjahr", sagt der Naturschutzhelfer. "Wir können also davon ausgehen, dass es am Ende ein paar mehr werden." Das wäre ein Novum: Bisher war die Population ständig gesunken, vor sechs Jahren hatte Thoß noch über 1000 Lurche über den Asphalt in Richtung Göltzsch geschleppt.

Die Tiere schwimmen über die Göltzsch und laichen anschließend im Maschinenteich, dann wandern sie nach und nach wieder zurück auf den Hainberg. Weil dies über einen längeren Zeitraum abläuft, können dann keine Schutzzäune mehr eingesetzt werden. "Vor allem bei dieser Rückwanderung sind dann wohl viele Kröten überfahren worden", vermutet Thoß.

Momentan besteht diese Gefahr nicht, da die Brücke Beegerstraße gebaut wird und die Straße entsprechend nicht befahren wird - außer vom Schulbus. Dafür gefährdet die Baustelle das Leben der wanderlustigen Lurche: Auf dem Hinweg werden sie durch die Eimer-Aktion davor bewahrt, dort hineinzuhüpfen und dann in frischem Beton oder unter einem Bagger zu enden. Und auch den Rückweg will Thoß mit entsprechenden Absperrungen für seine Schützlinge sicher gestalten.

Im Zuge des Baus sollen nach Auskunft des Naturschutzhelfers nun auch vier Tunnel unter der Fahrbahn der Beegerstraße errichtet werden, in denen Kröte & Co. künftig unbehelligt auf die andere Seite gelangen können. Mit den Verantwortlichen von Landratsamt sowie Bau- und Planungsfirmen habe man bei einem Vorort-Termin entsprechende Absprache getroffen. "Eigentlich wären sechs Tunnel besser, weil es alle 30 Meter einen geben sollte", so Thoß. Aus Kostengründen habe man sich auf einen Kompromiss geeinigt: Nun sollen die Lurche alle 40 Meter einen Tunnel vorfinden. Mit Leiteinrichtungen werden sie in deren Eingänge hineingelotst.

Thoß hofft, dass die Tunnel noch in diesem Jahr angelegt werden. Dann hätte er in diesem Frühjahr zum letzten Mal die Lurche über die Beegerstraße getragen.

Der Auerbacher ist ehrenamtlich im Natur- und Umweltzentrum (NUZ) Oberlauterbach tätig. Von dort aus werden außerdem Krötenschutzzäune in Oberlauterbach und Rotschau betreut, außerdem ist das NUZ für die "Effizienzkontrolle" der stationären Anlagen in Kloschwitz und Hauptmannsgrün zuständig. Diese sollen bei Bedarfsnachweis erneuert werden.

 
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