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Am 25. August 2017 brannte ein Dreiseiten-Hof in Wildenau - die Stiftung Bürgerhilfe koordinierte die finanzielle Sofort-Hilfe. Foto: David Rötzschke/Archiv

Foto: David RötzschkeBild 1 / 2

Stiftung hilft Steinbergern in Not

Der Großbrand in Wildenau war im vergangenen Jahr nur der spektakulärste Fall, in dem die Bürgerhilfe aktiv wurde. Großes Kopfzerbrechen bereiten den Helfern die extrem niedrigen Zinsen.

Von Bernd Appel
erschienen am 17.04.2018

Steinberg. Elke Hein (71) ist selbst immer wieder mal überrascht, mit wie wenig Geld manche Menschen in der Gemeinde Steinberg auskommen müssen: "Und das in einem so reichen Land wie unserem." Schwierig sei es oft für ältere, alleinstehende Frauen - manche bekämen nicht einmal 400 Euro Rente pro Monat. Andere seien durch verschiedenste Schicksalsschläge in Not geraten. 16 Namen stehen auf der festen Liste der Stiftung Bürgerhilfe Steinberg - sowohl Einzelpersonen, als auch Familien, die zum Beispiel mit Zuschüssen für Heizung, Fahrtkosten, Möbel, Winterkleidung oder Schuhe regelmäßig unterstützt werden.

Elke Hein ist Vorsitzende der Stiftung, als Schatzmeisterin engagiert sich Karin Weitmüller (78) seit der Stiftungsgründung 1999. Es sind keine Riesen-Summen, die ausgezahlt werden: Jährlich stehen rund 2500 Euro bereit, und außer den Leuten von der Liste hilft die Stiftung auch bei Notfällen aller Art.

Spektakulärster Fall war dabei im vergangenen Jahr der Großbrand eines Wohnhauses und einer Scheune in Wildenau. Hier sammelte die Stiftung die Spenden von Bürgern ein und leitete sie an die Betroffenen weiter: "Die Hilfsbereitschaft im Ort war sehr groß", sagt Elke Hein, selbst Wildenauerin. "Das hatte auch damit zu tun, dass die betroffene Familie selbst von jeher freigiebig gegenüber anderen war." Natürlich zahle in diesem wie in anderen Fällen, etwa Wasserrohrbrüchen, auch die Versicherung: "Aber für die Übergangszeit, während die Versicherung noch prüft, ist Soforthilfe gefragt."

Mit einem Startkapital von 50.000 D-Mark hatte die Stiftung 1999 die Arbeit aufgenommen - das Geld stammte von der Wernesgrüner Brauerei und Wella (heute Coty). Beide Unternehmen zahlen bis heute regelmäßig in den Kapitalstock der Stiftung ein, der nicht angerührt wird.

Finanziert werden soll die Stiftungsarbeit im Prinzip aus den Zinsen - dass die in den Keller gerutscht sind, ist deshalb natürlich ein Riesenproblem. Bei Stiftungsgründung gab es noch über fünf Prozent Zinsen, inzwischen ist man froh über Zinsen von 0,4 oder 0,6 Prozent. Die bekommt die Stiftung nur dadurch, dass das Geld langfristig angelegt und breit verteilt ist. Wegen des in knapp 20 Jahren gewachsenen Kapitalstocks erwirtschaftet sie so immer noch die Hälfte der ausgezahlten Summe durch Zinsen. Man zerbreche sich jedoch schon den Kopf darüber, wie es weitergehen soll, räumt Schatzmeisterin Weitmüller ein. Umso wichtiger seien Direktspenden an die Stiftung, die nicht in den Kapitalstock fließen und gleich weitergegeben werden können. "Wir hoffen, dass sich immer genügend Spender finden", sagt die Schatzmeisterin.

Im Vorstand sitzen Vertreter aller Steinberger Ortsteile, jeder kennt die Leute in seinem Dorf genau und weiß, wer Hilfe braucht. Die kann einerseits bei der Stiftung beantragt werden, andererseits machen die Bürgerhilfe-Vertreter auch Hausbesuche, um ihre Unterstützung anzubieten. Denn gerade auf dem Land täten viele sich damit schwer, um Hilfe zu bitten, weiß Elke Hein: "Man ist bescheiden und zurückhaltend." Überraschungen gibt es manchmal auch, so habe letztens eine ältere Frau unerwartet auf das Hilfsangebot reagiert: Sie brauche wirklich nichts - aber gerne gebe sie eine Spende an die Stiftung..

 
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