Plamag: Krauss-Maffei kauft seinen Zulieferer

Der Maschinenbauer IBS Plamag wird von einem seiner größten Kunden übernommen. An der Spitze steht ein Manager, der eine Zeit lang in Plauen gelebt hat.

Plauen.

Der Münchener Maschinenbauer Krauss-Maffei Technologies kauft die Plamag. Geplant ist die Übernahme zum Jahresbeginn, wenn die Kartellbehörden zustimmen. Nach der Pleite des Druckmaschinenherstellers Manroland, dem Neustart als Lohnfertiger eines Privatunternehmers, der erneuten Insolvenz und dem Neuanfang als IBS Plamag Maschinenbau beginnt damit ein weiteres Kapitel an dem traditionsreichen Standort.

Krauss Maffei baut Maschinen für Kunststoff und Gummi, die Plauener liefern seit zwei Jahren Teile zu. Geschäftsführer Hans-Ulrich Golz hatte die Kontakte zur IBS Plamag geknüpft. Er kennt das Unternehmen und seine Geschichte. Golz war Geschäftsführer der Werkzeugmaschinenfabrik Wema. 14 Jahre wohnte er in Plauen und hält nach eigenen Angaben bis heute Kontakt zu den Rotariern. "In 14 Jahren wird man heimisch", sagt Golz. Heute lebt er im Münchener Umland.

Golz verließ die Wema 2003, die während seiner Zeit mit einer Rettungsaktion der Sächsischen Aufbaubank aus der Krise ging. Fünf Jahre später meldete das Traditionsunternehmen Insolvenz an.

Durch die IBS Plamag will Golz mit Krauss Maffei expandieren: "Mit der Übernahme können wir unser Wachstum unterstützen." Für die Rüstungsindustrie, durch die der Name Krauss Maffei bekannt wurde, arbeite das Unternehmen nicht, so Golz. Die frühere Krauss Maffei sei im Jahr 1999 aufgesplittert worden in vier Teile. Die Rüstungstechnik sei demnach eine eigenständige Gesellschaft.

Krauss Maffei Technologies gilt als führendes Unternehmen bei Kunststoffverarbeitungsmaschinen. Die Nachfrage nach sogenannten Spritzgießmaschinen steige. Deshalb habe sich der Konzern für den Kauf der IBS Plamag entschieden. Für eine neue Baureihe seien die Plauener die einzigen Lieferanten. "Wir werden das Volumen in Plauen deutlich steigern", sagt Golz. Das Werk soll als eigenständige Firma unter dem Dach von Krauss Maffei weiterarbeiten. Jens Wunderlich, ein ehemaliger Plamagianer, bleibe Geschäftsführer. Die 112 Beschäftigten, vor allem Facharbeiter und Ingenieure, werden Golz zufolge mit ihren Verträgen übernommen.

Der neue Name stehe noch nicht fest. Geplant sei aber, Plamag als Namensbestandteil zu halten.

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