Fans holen das Buschgespenst zurück

Die Veranstalter reden von einem "einzigartigen Theater-Experiment". Auf alle Fälle kann es für die Zuschauer sehr kalt werden, wenn Karl May an der Uhlig-Mühle in Hermsdorf aufgeführt wird.

Hohenstein-Ernstthal/Hermsdorf.

Liebe, Verbrechen, Heimat. Diese Geschichte hat so ziemlich alles. Würde sie in der Neuzeit spielen, hätte sie vielleicht sogar das Zeug für einen richtigen "Tatort". Die Rede ist vom "Buschgespenst", einem der ganz großen Klassiker des berühmten Hohenstein-Ernstthaler Abenteuerschriftstellers Karl May (1842 bis 1912). Am 25. Februar wird sein 175. Geburtstag begangen - und genau an diesem Tag wird das "Buschgespenst" in seine Heimat zurückkehren.

Laienschauspieler aus Hohenstein-Ernstthal, Marienberg und Annaberg werden am Samstag in zwei Wochen an der Uhlig-Mühle in Hermsdorf das "Buschgespenst" auf die Bühne bringen. Veranstalter ist die Baldauf-Villa in Marienberg. 2015 und 2016 wurde das Stück von den Laienspielensembles schon einmal gespielt - unter anderem auch in Zwönitz. Die Idee, es nach Hermsdorf zu hoplen, hatten die beiden Karl-May-Freunde Kerstin Orantek (40) und Henry Kreul (55) aus Hohenstein-Ernstthal. "Das ist ein bisher einmaliges Theater-Experiment", sagt Kreul. Denn diesmal soll das "Buschgespenst" in der Jahreszeit seiner Handlung im Monat Februar als Winter-Freilichttheater aufgeführt werden. "Das ist eine große Herausforderung", sagt Kreul.

Weil es am Tag der Aufführung noch einmal richtig kalt werden kann, bittet der Veranstalter die Zuschauer: "Ziehen Sie bitte witterungsgerechte Kleidung an." Normalerweise geht die Aufführung länger als eine Stunde. Weil es sehr frisch werden kann, wird die Handlung aber diesmal auf eine Stunde begrenzt. Kreul: "Aber ohne dass die Handlung da Schaden nimmt." Am besten von den 40 Schauspielern hat es bei den zu erwartenden Temperaturen wohl der Komparse, der schon ganz am Anfang des Stückes von einer Gewehrkugel getötet wird. Er kann sich nach seinem Einsatz wieder richtig warm anziehen und in der geheizten Uhlig-Mühle verschwinden.

Inwiefern kehrt mit dieser Aufführung das "Buschgespenst" in seine Heimat zurück? Die fiktive Geschichte spielt in dem Ort Hohenthal. Man kann sich denken, dass der Name dieses Ortes an die tatsächlich existierenden Städtenamen Hohenstein und Ernstthal angelehnt ist. "Damit ist die Handlung in unser direktes Umfeld verankert", so Kreul. Der Aufführungsort Bernsdorf sei zwar nicht Hohenstein-Ernstthal, aber unmittelbares Umfeld.

In Hohenthal also trug sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu, dass ein unschuldig verurteilter Mann aus der Haft fliehen konnte, in der Fremde zu Wohlstand kam und schließlich in seine Heimat zurückkehrte. Der Mann wird in der Literatur inzwischen auch der sächsische Monte Christo genannt. Schließlich kämpft er gegen eine böse Schmugglerbande und deren Anführer - das Buschgespenst.

"Das Buschgespenst" wird am 25. Februar, 19 Uhr, an der Uhlig-Mühle an der Waldenburger Straße 14 in Hermsdorf aufgeführt. Eine Karte kostet 10 Euro. Karten sind im Karl-May-Haus in Hohenstein-Ernstthal erhältlich.

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