Legendärer Töpferpokal diente viele Jahre als Blumenvase

Das Museum "Pionierflugschanze Langenchursdorf" hat drei neue Ausstellungsstücke. Morgen sind die betagten Pokale zu sehen, danach erst wieder im Oktober. Zwischendurch wird umgestaltet.

Langenchursdorf.

Einen Abstecher zum Hellmannsgrund macht Danny Neukirch, Initiator und Betreiber des Museums "Pionierflugschanze Langenchursdorf", regelmäßig. Diesmal rückt er mit drei Pokalen an. Für ein Foto. Die neuen Ausstellungsstellungsstücke fürs Museum behandelt er wie rohe Eier. "Es sind schließlich Dauerleihgaben, da sollte natürlich nichts passieren", sagt er.

Dem umtriebigen 38-Jährigen hat es keine Ruhe gelassen. "Manchmal frage ich mich, wo das eine oder andere, was damals an der Schanze im Hellmannsgrund eine Rolle gespielt hat, denn abgeblieben ist." So auch der Töpferpokal. Jetzt hat er ihn. Wenn das Museum morgen zum vorerst letzten Mal bis Oktober öffnet, wird auch der 50 Zentimeter hohe Wanderpokal zu sehen sein. "Das war gar nicht so schwer, ich habe ein bisschen herumgefragt", sagt Neukirch. Schnell wurde klar, den hatte der Hohenstein-Ernstthaler Michael Kreibich. Er konnte in seinen aktiven Zeiten dreimal hintereinander im Hellmannsgrund gewinnen, damit ging der Kelch für immer in seinen Besitz über. Der Witz an der Sache: Der Pokal aus Waldenburger Keramik stand nicht irgendwo als Staubfänger herum. Die Mutter von Michael Kreibich nutzte die Trophäe viele Jahre als Blumenvase. "Ich bin froh, dass der Pokal dabei nicht zu Bruch gegangen ist", sagt Danny Neukirch. Neben dem Töpferpokal sind zwei Preise von den Herbstmeisterschaften des Jahres 1980 wieder aufgetaucht: ein kleiner Keramikpokal für den 1. Platz und ein getöpferter Teller für den 3. Platz. Nach dem Präsent für den 2. Platz "fahndet" er noch.

Danny Neukirch wird morgen noch einmal Besucher durch das Museum in der Schulstraße 17 lotsen und ihnen die Geschichte der Nordisch-Kombinierer von der SG Traktor Langenchursdorf nahebringenbringen. "Im Moment sind ja Schulferien, da bietet sich für Familien ein Abstecher an", sagt Neukirch. Er selbst segelte noch von der Schanze bis zum "Aus" des Trainingszentrums kurz nach der Wende, damals als Zehnjähriger. Er musste genauso wie seine einstigen Sportkameraden und Trainer den Niedergang der Anlage miterleben und bedauert das noch immer.

Mit seinem Verein und dem Museum möchte er wenigstens die Erinnerung an die Schanze wachhalten. Auf der großen Schanze, die 1974 ihre Vorgängerin ablöste, waren Weiten von knapp 50 Meter möglich. Dort lag auch der kritische Punkt. In den kommenden Monaten will Neukirch einige Veränderungen vornehmen. "Unter anderem das nachgebaute Trainerzimmer tapezieren wie in DDR-Zeiten."

Das Museum "Pionierflugschanze Langenchurdorf" in der alten Schule, Schulstraße 17 in Langenchursdorf, ist morgen von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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