Sturmtief reißt Weihnachtsbaum auf Wüstenbrander Hauptstraße

Viele Kommunen hatten ihre Einwohner gebeten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Die Warnung war berechtigt. Überall stürzten Bäume um. Nach derzeitigem Stand gab es zum Glück keine Verletzten.

Hohenstein-Ernstthal.

16 Uhr, Berufsverkehr. Die Hauptstraße von Wüstenbrand, die Straße der Einheit, ist dichtbefahren. Plötzlich kippt ein Baum auf die Fahrbahn. Eine mächtige, etwa zehn Meter hohe Tanne liegt auf einmal binnen weniger Sekunden flach und versperrt die Straße. Ortsvorsteher Dietmar Röder: "Es ist ein großes Glück, dass gerade in der Hauptverkehrszeit kein Auto kam und auch kein Fußgänger an dieser Stelle unterwegs war." Die Tanne, die vor dem Gemeindeamt stand, wurde in Wüstenbrand jahrzehntelang als Weihnachtsbaum genutzt. Und jetzt diese Bescherung!

Sturmtief Friederike fegte gestern auch über das Gebiet des ehemaligen Landkreises Hohenstein-Ernstthal. Mehrere Schulen hatten ihren Schülern sozusagen "Sturm-Frei" gegeben, sie durften ein paar Stunden zeitiger nach Hause. Der Sturm war für den Nachmittag angekündigt. Zuerst rollten - wie in Lichtenstein - Papiercontainer über die Straße von heftigen Windböen angeschoben. Später schrieb dann ein Mann auf der Seite eines sozialen Netzwerkes. "Ich habe noch nie so schnell Bäume umfallen sehen." Viele Stadt- oder Gemeindeverwaltungen hatten in den sozialen Netzwerken ihre Einwohner gebeten, aus Sicherheitsgründen zu Hause zu bleiben. Die Gefahr durch herabstützende Gegenstände sei zu groß.

Die Warnung war angebracht. Auf dem Altmarkt in Hohenstein-Ernstthal gab es ein surreales Bild: Die Litfaßsäule wurde aus der Verankerung gerissen und kullerte auf die Straße. Auch hier kam zum Glück kein Mensch zu Schaden. Ein Passant rollte die Säule zurück an den Straßenrand.

In allen Orten schwärmten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus. Nicole Romanowski, Gemeindewehrleiterin von Callenberg, hatte gegen 18 Uhr noch keinen Überblick, was wo passiert ist. Ihre Mannschaften mussten zu dem Zeitpunkt Bäume an der Wolfsschlucht in Langenchursdorf und an der Rathausstraße in Falken zerlegen, um den Verkehr wieder zum Rollen zu bringen. Für die Hohenstein-Ernstthaler Feuerwehr standen bis 18.30 Uhr allein 16 Einsätze zu Buche. Am Badberg, in der Fritz-Heckert-Siedlung, Lerchenstraße und an der Straße Am Grund/Ecke Schlackenweg mussten die Einsatzkräfte mit der Kettensäge ran. "Die Bundesstraße 180 wurde schließlich in Absprache mit der Polizei im Bereich des Waldstückes zwischen Gewerbegebiet und Bahnbrücke gesperrt. Das war einfach für Autofahrer zu gefährlich, dort entlang zu fahren", sagte Sven Weinhold, Wehrleiter der Hohenstein-Ernstthaler.

Heinrichsort war am frühen Abend fast komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Es gab nur noch eine Zufahrt. "Die Bäume fielen im Minutentakt", sagte Ortsvorsteherin Annett Richter. Alle Bahnübergänge wurden dicht gemacht. Am Bahnhof in Hohenstein-Ernstthal warteten die Fahrgäste lange Zeit vergeblich auf ihre Züge. Friederike hatte den Bahnverkehr für Stunden zum Erliegen gebracht. In Meerane krachten Bäume zwischen Wohnblöcken auf ein parkendes Auto. Zum Glück blieben alle unversehrt. Auch ein Strommast samt Leitungen wurde umgerissen.

Laut einem Meeraner Feuerwehrmann seien die Schäden diesmal noch gravierender als zuletzt bei dem Sturmtief im September.

Sturmtief "Friederike" wütet in Sachsen - Der Ticker zum Nachlesen

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