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Ägyptens Mohamed Salah gibt sich gegenüber den Fans optimistisch.

Foto: Gehad Hamdy

Geheimsache Salah: Ägyptens Held fit für WM-Auftakt?

Deutschland kennt das Bangen. Hält Manuel Neuers linker Fuß eine WM durch? Ägypten hat auch so einen Fall. Kann Nationalheld Mohamed Salah trotz verletzter linker Schulter gegen Uruguay überhaupt in die WM starten? Dem Gegner ist das egal.

Von Martin Moravec, Eric Dobias und Benedikt von Imhoff, dpa
erschienen am 14.06.2018

Jekaterinburg (dpa) - Auf der linken Schulter von Mohamed Salah lasten die Hoffnungen der ägyptischen Fußball-Nation. Wird der Stürmerstar des FC Liverpool rechtzeitig zum ersten WM-Auftritt der Nordafrikaner seit 28 Jahren fit?

Es herrscht Geheimhaltung. Die Entscheidung über einen Einsatz des verletzten Nationalhelden wird erst wenige Stunden vor dem Auftakt Ägyptens in Gruppe A gegen Uruguay am Freitag (14.00 Uhr MESZ) gefällt. Doch Nationaltrainer Héctor Cúper zeigte sich am Donnerstag optimistisch: «Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird er spielen. Ich bin zuversichtlich, dass er morgen auf dem Feld stehen wird.»

Beim Abschlusstraining machte der Angreifer in der Zeit, in der Pressevertreter zusehen durften, alle Teile des Aufwärmprogramms mit. «Mohamed Salah kann in jeder Mannschaft den Unterschied ausmachen», sagte Cúper über die Qualität des 25 Jahre alten Ausnahmekönners, der bei Ägyptens bislang letztem Endrundenspiel noch gar nicht geboren war. «Sollte er nicht zur Verfügung stehen, haben wir einen Plan B, genauso wie Argentinien, wenn sie ohne Lionel Messi spielen.» Dieser Vergleich trifft es ganz gut. Ohne Salah fehlt Ägypten der Faktor Weltklasse, vor dem die Rivalen Respekt haben.

«Ich bin ein Kämpfer», sagte der wuselige Angreifer und machte damit einer ganzen Nation Hoffnung. «Wir wollen Geschichte schreiben.» Seit der vor drei Wochen im Champions-League-Finale erlittenen Bänderverletzung Salahs gibt es in Ägypten fast tägliche Krankenberichte über den Angreifer. Drei Mal täglich trainiere der Star, berichtete der Trainer. «Er fühlt, dass er das braucht, um fit zu werden. Und wir haben großartige Fortschritte gesehen.»

Reicht es dennoch? Sollte Ägypten ohne seinen «König» beginnen, dürfte der Argentinier Cúper wohl auf Amr Warda (Atromitos Athen), Kahraba (Al-Ittihad FC) oder Ramadan Sobhi (Stoke City) auf der rechten Offensivposition zurückgreifen. «Natürlich ist er ein entscheidender Spieler», sagte Uruguays Kapitän Diego Godin. Aber dem Verteidiger ist egal, ob der Stürmer spielt: «Unsere Vorbereitung ändert sich nicht.»

Wie sehr Salah dem siebenmaligen Afrikapokalsieger fehlt, zeigte sich zuletzt in den drei Testspielen vor der WM. Ohne seinen Star, der Ägypten erst zur Endrunde in Russland geschossen hatte, erzielte Cúpers Team gerade einmal ein mickriges Tor. Da hilft es auch wenig, dass die Defensive um den bereits 45 Jahre alten Schlussmann Essam Al-Hadari in der Regel diszipliniert steht.

«Wir wollen das Team sein, dass wir in der Qualifikation waren und nicht nur von einem einzigen Spieler abhängig sein», betonte Cúper. «Wir haben enthusiastische und leidenschaftliche Spieler, die gegen Uruguay ein ausgezeichnetes Spiel liefern wollen.»

Das wird schwer genug, denn der WM-Vierte von 2010 hat alle seine Stars an Bord und will nach dem frühen K.o. vor vier Jahren im Achtelfinale gegen Kolumbien dieses Mal weit kommen. «Träumen tut man immer groß», verkündete Sturm-Ass Luis Suárez kurz vor dem WM-Auftakt.

Der Angreifer vom spanischen Champion FC Barcelona, der 2014 mit seiner Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini für weltweite Entrüstung sorgte, will in Russland an der Seite von Sturmpartner Edinson Cavani für positive Schlagzeilen sorgen. «Ich bin gereift», versprach Suárez.

 
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