Eiskunstlauf-EM mit Savchenko/Szolkowy? Entscheidung kurz vor dem Start

Noch steht nicht fest, ob die Chemnitzer Titelverteidiger Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bei der Eiskunstlauf-EM kommende Woche in Sheffield starten können.

Chemnitz.  Das Bangen geht weiter. "Wir werden am Montag erst einmal nach Sheffield reisen. Vor Ort wollen wir dann gemeinsam mit dem Mannschaftsarzt entscheiden, ob beide laufen", berichtete Coach Ingo Steuer am Freitag von der Entscheidung des Trios mit Blick auf das kontinentale Championat. Am vergangenen Sonnabend hatte sich Aljona Savchenko bei einem Trainingssturz verletzt, plagt sich seitdem mit muskulären Problemen im linken Oberschenkel herum. Deshalb hängt der Start in der Schwebe. "Aljona bekommt intensive Behandlungen, wir versuchen alles, dass sie noch fit wird", fügte der Coach hinzu. Die Paarlauf-Konkurrenz findet am Mittwoch (Kurzprogramm) und am Donnerstag (Kür) statt.

Seit Anfang der Woche standen die dreifachen Weltmeister täglich zwar wieder auf dem Eis. Eine optimale Vorbereitung auf einen der Saisonhöhepunkte sieht jedoch anders aus. "Ein richtiges Training war nicht möglich, man kann sagen, wir liefen mit angezogender Handbremse", verglich Robin Szolkowy, der seine Gefühle nur schwer beschreiben konnte. Die Hoffnung hatten er und seine Partnerin bisher nicht aufgegeben, auch eine generelle Absage war kein Thema. "Wir sind ja Wettkampftypen. Ganz klar, dass wir aber nur starten, wenn es hundertprozentig funktioniert. Nur mitzulaufen, macht keinen Sinn", meinte der 32-Jährige.

Die Chemnitzer erkämpften bislang viermal EM-Gold, erneut gehören sie zu den klaren Favoriten, erst recht nach dem Sieg beim Grand-Prix-Finale Anfang Dezember im kanadischen Quebec. Damals setzten sie sich jedoch nur knapp gegen die Russen Tatjana Wolososchar/Maxim Trankow durch. Sie brillierten aber mit ihrer nach wie vor außergewöhnlichen Darstellung, vor allem in der Kür mit der eindrucksvollen Interpretation der Musik zum Ballettfilm "Pina". In den Komponenten (ähnlich der früheren B-Note für den künstlerischen Ausdruck) erhielten sie sogar von einem Preisrichter die Traumnote 10, die im neuen Wertungssystem bisher Seltenheitswert besitzt.

Doch die Ausnahmeläufer wollten auch hinsichtlich der Schwierigkeiten einen neuen Maßstab setzen. So trainieren sie den dreifachen Wurfaxel, der auch schon in Übungseinheiten gelang. Bei den zwei Versuchen während der Grand-Prix-Serie musste die 28-Jährige jedoch noch unfreiwillig mit dem Eis Bekanntschaft machen. Doch die dreifachen Weltmeister scheuten das Risiko nicht, auch wenn so ihre Erfolgsserie Mitte November 2011 in Sapporo nach 20 Monaten riss. Weil alles dem großen Traum, dem Sieg bei den Winterspielen 2014 untergeordnet ist, wovon auch ein großes Plakat in der Trainingshalle mit der Aufschrift "Werden Sie Partner bei der Mission Olympiagold" kündet.

In Sotschi möchten auch die Eistänzer Nelli Zhiganschina und Alexander Gazsi möglichst ihre gemeinsame Karriere krönen. Die Moskauerin und der Chemnitzer sorgten bei der EM 2011 in Bern für Furore, als sie sich nach drei Jahren internationaler Abstinenz als Siebente im Spitzenfeld platzieren konnten - in ihrer nach wie vor sehr subjektiv bewerteten Disziplin äußerst beachtlich. Danach folgte ein ebenso starker elfter Rang bei der WM. Auch in der aktuellen Saison knüpfte das Duo mit zwei vierten Grand-Prix-Plätzen nahtlos an diese Entwicklung an. Bei den deutschen Meisterschaften Anfang des Monats in Oberstdorf sorgte das Paar für die Höhepunkte, lief seine bislang besten Programme. "Diesen Standard wollen wir halten. Wir konnten danach weiter gut trainieren, fühlen uns gut vorbereitet", blickte Alexander Gazsi am Freitag voraus.

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