Anlegen wie einst der Adel

Der Oederaner Karl Ramm baut Armbrüste, die historischen Vorbildern nachempfunden sind. Derzeit bereiten er und seine Frau ein Armbrusttreffen vor.

Oederan/Görbersdorf.

Wenn sich die Interessengemeinschaft Historische Armbrust auf Einladung der Schützengesellschaft Görbersdorf erstmals in Oederan trifft, dann wird das ein für die Region einmaliges Ereignis werden. Da sind sich Karl Ramm und seine Frau Liane Ramm sicher. Die beiden Oederaner bereiten das 18. Jahrestreffen der Gemeinschaft vor, das vom 13. bis 16.Juni in Görbersdorf stattfindet.

Die Interessengemeinschaft zählt in ganz Deutschland insgesamt nur rund 20 Mitglieder, inklusive eines Schweden und eines Österreichers. Sie alle eint das Faible für historische Armbrüste, deren Geschichte, ihre Funktionsweise, die Dekoration und nicht zuletzt deren Bau. Auch Karl Ramm hat eine historische Armbrust gebaut und dies in so hoher Qualität, dass sie mit anderen jagdlichen Utensilien in der Dauerausstellung im Schloss Rochlitz gezeigt wird.

Nun steht er wieder in seiner Werkstatt und arbeitet an einer spanischen Scheibenarmbrust nach Zeichnungen von Jens Sensfelder, der zahlreiche historische Originalwaffen in Museen und anderswo dokumentiert hat und das Jahrbuch der Interessengemeinschaft herausgibt. Dafür hat sich der frühere Lehrer vielfältige Fertigkeiten in der Holz- und Metallverarbeitung angeeignet, wie sie schon Armbrustmacher vergangener Jahrhunderte haben mussten. "Manches kann man heute gar nicht mehr nachvollziehen, wie es früher gemacht wurde", sagt Ramm, der viele Jahre als Kurfürst Johann Georg I. hoch zu Ross im Lebendigen Fürstenzug agierte. Neuerdings geht er zu Fuß - als sächsischer Adliger Bastian von Zehmen. Für das Jahrestreffen der Armbrustfans haben sich Liane und Karl Ramm den Schützenverein Görbersdorf als Partner gesucht, auf dessen Gelände die Veranstaltung stattfinden wird. Nach einem internen Treffen am 14. Juni ist am 15. Juni Publikum gern gesehen. Dann wollen Mitglieder der Interessengemeinschaft von 10 bis 13Uhr historische Armbrüste präsentieren und auch Fragen beantworten.

"Man kann da viel über die verschiedenen Typen, Gestaltungsfragen, Formen und mehr erfahren. Ab 14 Uhr wird es ein Vogelschießen mit Renato Birnstein aus Niederlichtenau geben. Und am Abend ist geselliges Beisammensein geplant", sagt Ramm. "Wir wollen insbesondere auch bei den Mitgliedern der Schützenvereine Interesse für die historischen Armbrüste wecken. Die Geräte, mit denen heute auf den Vogel geschossen wird, haben damit ja nicht mehr so viel gemein." Bis zu diesem Ereignis haben die Ramms aber noch einiges zu tun - in der Werkstatt und bei der organisatorischen Vorbereitung des Treffens.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...