Gemeinden betreuen ihre Wohnungen wieder selbst

Deutschneudorf und Heidersdorf schließen sich nicht den Plänen der Verwaltung in Seiffen an. Auch wegen eines "unvorstellbar günstigen Angebots".

Heidersdorf/Deutschneudorf.

Der Streit um die Betreuung des kommunalen Wohneigentums im Spielzeugwinkel ist endgültig ad acta gelegt. Die Gemeinderäte in Deutschneudorf und Heidersdorf haben in ihren jüngsten Sitzungen jeweils einstimmig den Beschluss gefasst, künftig lediglich die Abrechnungen extern erledigen zu lassen.

Ende 2018 hatte der Seiffener Rat festgelegt, dass innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft mit den beiden Nachbarorten das kommunale Wohneigentum von den Stadtwerken Marienberg betreut werden soll. Die Auslagerung und der Alleingang Seiffens stießen in den anderen beiden Gemeinden auf wenig Verständnis. Deutschneudorfs Bürgermeisterin Claudia Kluge zweifelte sogar die Rechtmäßigkeit an. Die Kommunalaufsicht bestätigte, dass ebenfalls Beschlüsse in den Gemeinderäten Deutschneudorf und Heidersdorf notwendig sind.

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Doch die schließen sich nun nicht den Plänen der Verwaltung im Spielzeugdorf an. In beiden Orten wird ab dem 1. April dieses Jahres die Betreuung des kommunalen Wohneigentums wieder selbstständig übernommen. "Alles kommt wieder in die eigene Hand", sagt Heidersdorfs Bürgermeister Andreas Börner. Das heißt: Ansprechpartner für die Mieter ist die Verwaltung. Lediglich die reinen Abrechnungen werden extern von den Stadtwerken Olbernhau übernommen. Sie haben ein "unvorstellbar günstiges Angebot" abgegeben, ergänzt Börner. 11,31 Euro pro Wohnung. Das entspricht rund 497 Euro für alle 44 Wohnungen in kommunaler Hand in Heidersdorf. Deutschneudorf hat für seine acht Wohnungen ebenfalls das Angebot der Olbernhauer Stadtwerke angenommen.

In Seiffen hingegen sollen die Stadtwerke Marienberg die komplette Verwaltung des gemeindeeigenen Wohn- und Gewerbebestands übernehmen. Der Stadtrat Marienberg hat bereits den Abschluss einer entsprechenden Zweckvereinbarung mit der Gemeinde Seiffen einstimmig bei zwei Enthaltung abgesegnet. Nun fehlen noch die notwendigen Beschlüsse im Spielzeugdorf. Dort trifft sich am kommenden Montag der Gemeinderat. Dann soll der Ende vergangenen Jahres getroffene Beschluss aufgehoben, die Verwaltungsleistung an die Stadtwerke Marienberg vergeben und der Zweckvereinbarung mit Marienberg zugestimmt werden.

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