Kontroverse Diskussion bei AfD-Wahlkampfabend

Politprominenz am Mittwoch in Olbernhau: Direktkandidat Torsten Gahler holte sich Beistand von Beatrix von Storch. Für Wirbel sorgten aber zwei Wähler der Grünen.

Olbernhau.

Tosender Applaus beim Empfang von Beatrix von Storch, wiederholter Beifall von den rund 100 Gästen während der Rede der AfD-Bundestagsabgeordneten. Nur zwei junge Männer ganz vorn in der ersten Reihe wollten nicht so recht klatschen. Das ist nicht nur der Politprominenz auf dem Podium aufgefallen.

Beatrix von Storch hat am Mittwoch beim Wahlkampfabend der Alternative für Deutschland im Kraftwerk Saigerhütte in Olbernhau den Direktkandidaten Torsten Gahler unterstützt. Nachdem der AfD-Landtagskandidat Auszüge aus dem Wahlprogramm vorgestellt und die Bundestagsabgeordnete ausschweifend die "grüne" Bundespolitik kritisiert hatte, durften auch Besucher ihre Fragen stellen. Zwei Gäste sorgten dabei für Wirbel - und eine kontroverse Diskussion.


Als einzige im Saal widersprachen sie den AfD-Flüchtlingsthesen. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie viele Flüchtlinge berufliche Qualifikationen mitbringen. Zudem assoziieren sie mit der Partei Rassismus - und ernteten dafür vom restlichen Publikum Spott und Häme. Zwar betonten Beatrix von Storch und Torsten Gahler mehrfach, dass sie es gut heißen, dass sich auch kritisch mit der Partei auseinander gesetzt wird. Einen herablassenden Kommentar konnte sich die Bundestagsabgeordnete dennoch nicht verkneifen, indem sie sinngemäß sagte, dass die Jungs auch nichts begreifen, wenn sie - statt zu lernen - sich der Schülerbewegung "Fridays for Future" anschließen.

Doch wer sind die beiden jungen Männer, die sich quasi in die "Höhle des Löwen" begeben? Namentlich wollen sie nicht genannt werden. Sie wohnen in Bayern, arbeiten aber aktuell in Olbernhau, wo sie auch viele Bekannte haben. Dass sie Grün wählen, daraus machten sie ebenso keinen Hehl. Sie wollten schlichtweg ihre Sichtweise vortragen, die Gegenseite hören - und sich austauschen, nannten sie ihre Beweggründe, den AfD-Wahlkampfabend zu besuchen.

Den Mut muss man erst einmal haben, zollte ein anderer Besucher den beiden jungen Männern nach der Veranstaltung Respekt. Ohnehin schien das Interesse an den zwei Grünen-Wählern groß. Mehrere Gäste wollten mehr über sie wissen - und diskutierten mit ihnen vor dem Kraftwerk noch über verschiedene politische Ansichten - das alternative Ende eines Wahlkampfabends einer Partei.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 4 Bewertungen
6Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 5
    4
    Lesemuffel
    27.08.2019

    @djahre Klasse, jetzt haben Sie es mir aber gegeben. Sehen Sie, Leute wie Sie haben das Diskutieren verlernt, andere beleidigen, diffamieren, entwürdigen, ausgrenzen... ja, Habeck wollten Sie rehabilitieren, ging nicht, da sein Spruch eindeutig gegen Deutschland gerichtet ist, dafür durfte ich lesen, wessen Geistes Kind sie sind. Auch das D. welches Ihnen und Habeck vorschwebt, wollen viele Menschen, die schon länger hier leben, nicht haben.

  • 6
    3
    Freigeist14
    27.08.2019

    Wer sich Beistand holen muss bei der geborenen Herzogin von Oldenburg , die mit ihren erzkonservativen und anti-aufklärerischen Thesen hausieren geht , entblößt sich selbst als Sympathisant rechtsradikaler Ansichten . Das gilt auch für einen bekannten Friseur - Unternehmer in Zwickau .....

  • 4
    4
    djahre
    27.08.2019

    Als @Lesemuffel bleibt einem nichts Anderes, als auf die beschränkten Quellen zurückzugreifen, die die eigene Muffeligkeit dann doch noch zulässt. Andernfalls wüsste er oder sie, welches Deutschland Robert Habeck vor Augen hatte, als er sagte, dass er damit nichts anzufangen wisse. Es ist das Deutschland, welches Menschen wie bspw. Cem Özdemir oder Aydan Özoguz nicht als Deutsche anerkennt (sondern am liebsten nach "Anatolien entsorgen" würde) - sprich ein Deutschland, in welchem nach der Gesinnung darüber entschieden wird, wer deutsch ist und wer nicht. Mit einem solchen Deutschland kann Robert Habeck nichts anfangen. Ich auch nicht. Und übrigens das Grundgesetz ebenfalls nicht.

    Und was eine Koalition mit der CDU betrifft, mag vielleicht die CDU sich ausrechnen, dass die Grünen mit ihnen eine Koalition eingehen. Es kann aber sicher davon ausgegangen werden, dass dies für die Grünen nicht infrage kommt. Nicht so lang, wie die CDU sich dermaßen unkritisch gegenüber Rechtspopulist*innen in der eigenen Partei verhält und sich so vehement gegen den Klimaschutz (Kohleausstieg, massive ÖPNV- und Radverkehr-Förderung, massiver Ausbau erneuerbarer Energien), aber auch Themen wie längeres gemeinsames Lernen stemmt. Es gehört zu den Märchen der lesemuffeligen Geschichtenfantasierer*innen, dass CDU und Grüne nah beieinander lägen. Das tun sich eben nicht.

  • 11
    5
    Lesemuffel
    23.08.2019

    Man darf es nochmals erwähnen, dass der GRÜNEN - Chef das Programm seiner Partei entweder nicht kennt oder nach seiner Fasson auslegt, als er feststellte "mit Deutschland konnte ich nie etwas anfangen und kann es bis heute nicht....." Oder geht es allen GRÜNEN so? Interessant dabei ist, dass die GRÜNEN Wunsch Partner der CDU sind, dh. Wer CDU wählt, bekommt diese grüne Perspektive für Deutschland.

  • 8
    17
    Blackadder
    23.08.2019

    Natürlich haben die Grünen ein Programm für Deutschland:

    https://www.gruene.de/programm

    Das muss Ihnen nicht gefallen, aber es ist Blödsinn zu sagen, es gäbe keins.

  • 19
    6
    Urlaub2020
    23.08.2019

    Die Grünen haben auch kein Konzept für Deutschland



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...