Schulstiftung engagiert sich seit 20 Jahren für Sprachreisen

Heinz Wagner ist Nachfahre eines Marienberger Fabrikanten. Der weitgereiste Architekt weiß, wie wichtig das Erlernen einer fremden Sprache ist. Daraus hat er Konsequenzen gezogen.

Marienberg.

Schon 1833 stellte Johann Wolfgang von Goethe fest, dass, wer fremde Sprachen nicht kennt, nichts von seiner eigenen weiß. Im Kontext der Mobilität der Menschen und der Globalisierung ist es von unbestreitbarem Vorteil, fremde Sprachen sprechen zu können. Fast jeder hat in der Schule die ersten Brocken Englisch, Französisch, Russisch oder Spanisch gelernt. Doch das Pauken in der Schule reicht oft nicht aus, um eine Sprache fließend zu beherrschen. Abhilfe schaffen Sprachreisen. In den Genuss einer solchen Sprachreise kommen jährlich bis zu drei Schüler der 11. Klassen des Marienberger Gymnasiums. Die Kosten dafür übernimmt seit nunmehr 20 Jahren die Moritz-Gottschalk-Schulstiftung, die der in Berlin lebende Heinz Wagner ins Leben gerufen hat.

Die Stiftung will begabten, leistungsfähigen und leistungsbereiten Schülern des Gymnasiums Marienberg die Möglichkeit geben, ihre Fremdsprachenkenntnisse durch Kursteilnahmen direkt in Großbritannien, Frankreich beziehungsweise Ländern, in denen Englisch oder Französisch gesprochen wird, zu verbessern und zu erweitern.

Torsten Kleditzsch

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Zu diesem Zweck vergibt die Stiftung Stipendien. "Ich bin selbst hier zur Schule gegangen, habe hier gelernt und auch ein Mädchen kennengelernt, das später meine Frau wurde", blickt der Senior, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert hat, zurück. Als Architekt, der sich auf die Sanierung und Modernisierung von Altbauten spezialisiert hatte und beruflich wie auch privat Europa- und weltweit unterwegs war, hat er selbst erlebt, dass heutzutage ohne Fremdsprache kein Auskommen mehr ist. "Sprachen zu lernen ist für junge Menschen unabdingbar; Englisch sozusagen das Minimum", so Heinz Wagner, der sich in diesem Zusammenhang selbst als überzeugten Europäer bezeichnet.

Als Nachfahre und Erbe des Marienberger Holzspielwarenfabrikanten Moritz Gottschalk verkaufte Wagner 1999 ein Grundstück, auf dem sich einst die Gottschalksche Fabrik befand. "Ich wollte den Erlös aus dem Verkauf gern in der Stadt lassen und mich zugleich gemeinnützig engagieren. Da hatte ich die Idee mit der Stiftung", erläutert Heinz Wagner, der diese Stiftung bis heute selbst leitet. Neben ihm gehören dem Stiftungsrat die Vorsitzende des Fördervereins des Marienberger Gymnasiums, Cora Siebenaller, sowie Enrico Huth als amtierender Schulleiter an. Jetzt saßen die drei wieder in Marienberg zusammen und haben die Stipendiaten für dieses Jahr ausgewählt. "Wir als Schule schlagen Kandidaten vor. Die endgültige Entscheidung trifft dann Professor Wagner", sagt Enrico Huth und merkt an, das nicht nur die schulischen Leistungen der Schüler in die Bewertung für ein Stipendium einfließen, sondern auch das soziale Engagement. "Die ausgewählten Schüler werden nach der Entscheidung von ihren Lehrern informiert. Offiziell bekanntgegeben werden die Namen der Schüler dann beim Kulturversuch am Schuljahresende", so Cora Siebenaller.

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