Angeputzt: Weihnachtschmuck aus der Schatzkammer der Natur

Nicht nur gerade gewachsen und mit dichtem Kleid sollte zu Heiligabend der Nadelbaum ausgestattet sein. Auch auf den Behang kommt es an. Im Gelenauer Depot Pohl-Ströher steht ein fränkisches Exemplar, das auch im Erzgebirge Anhänger finden könnte.

Gelenau.

Wer den alternden Modeschmuck an seinem Weihnachtsbaum zuhause nicht mehr sehen mag, findet im Gelenauer Depot Pohl-Ströher Anregungen für Traditionelles. Eine zwei Meter hohe Blaufichte ist der Hingucker im Café Spielzeugdorf.

An ihren Zweigen hängen Strohsterne mit allem, was die Natur herzugeben vermag. Blumenblüten ähnlich, reihen sich Mais, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, getrocknete Zitronenscheiben und Sternanis aneinander. Dazwischen entdeckt der aufmerksame Betrachter Zimtstangen, Gewürznelken und Perlmuttperlen. Auch Spielzeug, Äpfel und sogenannte Lebzelten sind dabei. "Bei letzterem handelt es sich um Lebkuchen, der für diesen Zweck in verschiedenen Formen hart gebacken wird und somit nicht zum Vernaschen geeignet ist", erklärt Eberhard Schuberth. Der Sammler und Hobbykünstler von traditioneller Volkskunst hat den altdeutschen Weihnachtsbaum für die diesjährige Weihnachtsschau angeputzt.

Die rund 60 Schmuckelemente entsprechen der fränkischen Tradition und sind zum großen Teil von ihm selbst hergestellt worden. Allein für ein Modell benötigte der 69-jährige Erlanger bis zu drei Stunden Zeit. Natürlich fehlen wie an jedem anderen Weihnachtsbaum auch die Kerzen nicht. "Wichtig ist es beim Schmücken eines altdeutschen Weihnachtsbaumes Maß zu halten", sagt Eberhard Schuberth. "Traditionell mit viel Behang versehen, darf der Festschmuck die Blaufichte nicht überladen, wie man es leider immer wieder in Kaufhäusern oder Supermärkten sieht."

Die Weihnachtsausstellungen im Depot Pohl-Ströher sind vordergründig dem Erzgebirge gewidmet. "Dennoch wollen wir auch über den Tellerrand schauen und interessieren uns für Weihnachtstraditionen in anderen Regionen", begründet Michael Schuster den Abstecher ins fränkische Land. Da sich im oberen Stockwerk des Depots Spielzeug aus ganz Deutschland und dem Ausland befindet, sei nun auch der Bogen zum Weihnachtsfest über das Erzgebirge hinaus gespannt, erklärt der Depotleiter.


Die Alternative: Zeitlos Schönes aus dem Erzgebirge

Eine Stechfichte muss es sein, die Jens Wagner zur Weihnachtszeit in erzgebirgischer Tradition schmückt. Im Mittelpunkt steht für den Zschopauer der Baum selbst. Die zwei Meter große Fichte im Wohnzimmer zieren Kugeln und filigrane Strohsterne. Ein Teil davon stammt noch von seinen Eltern. Bunte Kerzen und Blinkwerk nach amerikanischem Muster hingegen kommen bei dem Zschopauer nicht in die weihnachtliche Stube. Während Weihnachtsdekoration wie Schwibbögen, Pyramiden oder Räuchermännchen zu Hohneujahr am 6. Januar wieder verpackt auf dem Oberboden zurückkehren, steht der Baum bei Familie Wagner bis zur Lichtmesse am 2. Februar. Auch eine Modelleisenbahn gehört für den 49-Jährigen zum Christbaum. Zur Freude des siebenjährigen Ben fährt diese seit diesem Jahr elektrisch. (mdeg)

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