Apotheke kehrt in den Normalbetrieb zurück

Für uns da In der Corona-Krise stieg die Nachfrage nach einigen Medizin-Produkten sprunghaft an. Inzwischen entspannt sich die Lage.

Aue.

Die zurückliegenden Wochen wird Katja Gruß so schnell nicht vergessen. "Es war echt stressig", sagt die Inhaberin der Auer Stadt-Apotheke am Altmarkt. Ihr achtköpfiges Team arbeitete wegen Corona zwischenzeitlich in zwei Schichten. Seit etwa zwei Wochen läuft der Betrieb wieder normal - mit gebotenem Abstand und Hygieneregeln.

"Ich hoffe nur, dass die Lockerungen nicht zu schnell gehen", sagt die Apothekerin und hat bisweilen das Gefühl, dass die Mehrheit schon wieder zu unvorsichtig agiert. An die Anfänge der Pandemie erinnert sie sich noch genau: "Erst war Corona weit weg. Dann rückte es näher und wir spürten im Einkauf plötzlich, dass manche Dinge knapp wurden." In erster Linie Desinfektionsmittel und Handschuhe.

"Später war es das Gleiche mit dem Mundschutz", so die Schneebergerin, die viel improvisierte. "Wir durften selbst Desinfektionslösungen herstellen. Die Fläschchen besorgte ich via Internet." Weitere Freiheiten kamen hinzu. "War das verschriebene Mittel nicht vorrätig, durften wir an Patienten sofort Alternativ-Präparate ausreichen. So mussten sie nicht zweimal herkommen." Auch zahlen die Krankenkassen derzeit für die Lieferung der Medikamente zu den Patienten nach Hause einen Obolus an die Apotheke. "Das sind alles rasch festgelegte Regelungen, die es uns erleichtern."

Dennoch sei es ein komisches Gefühl gewesen, die Nachfrage teils nicht bedienen zu können. Daher legte die Apotheke einen größeren Vorrat als gewöhnlich an. Unter anderem Vitamin-Mittel sowie Präparate zur Schmerzlinderung und Fiebersenkung erfuhren zwischenzeitlich einen reißenden Absatz. "Das legt sich jetzt wieder", sagt die Apothekerin, die in der Kunststoffbearbeitung Peter Gläser in der Auer Neustadt Plexiglas-Scheiben für den Kassenbereich orderte.

Zeitweise sei auch spürbar gewesen, dass Ärzte weniger aufgesucht und Praxiszeiten verkürzt werden. "Da war es bei uns vor allem nachmittags ruhig im Verkaufsraum", so die Apothekerin. Die getroffenen Maßnahmen, beispielsweise Kontaktsperren, seien richtig gewesen, um eine Lage wie zum Beispiel in Italien zu verhindern. "Aber wir sollten weiter achtsam sein."


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.