Aus Frankreich in die Ferien

Die "Freie Presse" hat drei Schüler des Gymnasiums Augustusburg auf ihrem Weg zum Abitur begleitet. Unter ihnen befindet sich auch eine junge Grünhainichenerin.

Augustusburg.

Aus. Vorbei. Endlich geschafft. Die Sommerferien haben begonnen. Für Lisa-Christin Sprunk, Robin Poneß und Nathanael Hendel bedeutet die Ferienzeit viel mehr als nur freie Tage und Urlaubsreisen. "Für uns ist ein wichtiges Kapitel auf dem Weg zum Abi geschafft", sagen sie einstimmig, als hätten sie dafür wochenlang geübt. Zeit dafür wäre nicht wirklich gewesen. "Die elfte Klasse war schon stressig, aber der Aufwand hat sich gelohnt", sagt Nathanael Hendel. "Wir dürfen alle drei mit einem guten Zeugnis rechnen."

Die offizielle Bewertung ihres vorletzten Schuljahres haben Lisa-Christin, Robin, Nathanael und die anderen Elftklässler des Augustusburger Regenbogen-Gymnasiums am Freitag erhalten. Sie sind die ersten, die jemals ein solches Zeugnis in ihren Händen halten, denn sie sind der erste Jahrgang überhaupt, der sein Abitur an der 2010 in freier Trägerschaft eröffneten Schule ablegt.

Ein wichtiger Bestandteil des Zeugnisses ist die komplexe Arbeit, mit der die Schüler in den vergangenen Monaten viel zu tun hatten. "Das war schon stressig", sagt die 16-jährige Lisa-Christin Sprunk, und ihre zwei Mitschüler nicken eifrig. "Aber es war auch wieder nicht so schlimm, wie wir es vielleicht befürchtet hatten. Unsere Lehrer haben uns sehr gut unterstützt."

Nachdem die komplexe Arbeit abgegeben und mündlich verteidigt war, standen für die drei Gymnasiasten noch einige weitere Klausuren an, bevor es Mitte Juni auf Klassenfahrt ging. Die führte nach Frankreich und war weit weniger wild, als es Filme wie "Fack ju Göhte" suggerieren. "Es war eine wirklich tolle Reise, bei der wir viel gesehen und gelernt haben, die jetzt aber auch Arbeit macht", sagt Robin Poneß und grinst. Der 17-Jährige fügt an: "Über die Reise und die geschichtlichen Erfahrungen, die wir dabei gemacht haben, soll jetzt eine Arbeit erstellt werden." Einen Teil der Sommerferien werde der Erdmannsdorfer wohl dafür opfern. Ansonsten plant er eine Reise nach London und will mit Ferienarbeit ein wenig Geld verdienen.

Auch Nathanael Hendel schwärmt von der Reise ins französisch-deutsche Grenzgebiet, von der die 15 Schüler und ihre drei Lehrer am vergangenen Montag zurückgekehrt sind. "Festungen, Museen, Städte, Theater - das war schon ein straffes Programm, aber es war toll", sagt der 17-jährige Niederwiesaer. In den Ferien will er aber das Kontrastprogramm: Natur pur bei einer Paddeltour durch Mecklenburg-Vorpommern steht an. "Und ansonsten mal ganz viel nichts tun", sagt er und lacht.

Lisa-Christin Sprunk hingegen wird eher weniger entspannen können. Sie will in ein Bundeswehr-Camp reisen, dazu ist ein Ostsee-Urlaub geplant. "Kraft tanken für das letzte Schuljahr", nennt das die junge Frau aus Grünhainichen. Denn Anfang August geht der Schulalltag für die erste Abschlussklasse des freien Gymnasiums "Regenbogen" in Augustusburg wieder los. Und im Juni kommenden Jahres wollen Lisa-Christin, Robin und Nathanael zu den ersten gehören, die dort ihr Abiturzeugnis überreicht bekommen.


Mehr als doppelt so viele Anfragen wie freie Plätze

Das Gymnasium in Augustusburg wurde im August 2010 eröffnet. Die Privatschule in Trägerschaft der DPFA-Akademiegruppe bekam den Beinamen "Regenbogen" und startete mit 15 Schülern und acht Lehrern. DPFA steht für Deutsche Private Finanzakademie. Diese wurde 1990 gegründet und betreibt an zwölf Standorten in Sachsen und Polen Schulen und Ausbildungsstätten.

Die Privatschule blieb seither einzügig, in jedem Jahrgang gibt es also nur eine Klasse. Das soll eine bessere Betreuung der Schüler zur Folge haben. Heute lernen von der fünften bis zur elften Klasse 150 Schüler an der Schule. Im Frühjahr 2018 werden die Schüler der ersten Stunde ihr Abitur schreiben. Zu den 16 Schülerinnen und Schülern gehören auch Lisa-Christin Sprunk, Robin Poneß und Nathanael Hendel.

Die Anmeldefrist für neue Schüler lief bis Schuljahresende. "Pro Schuljahr können 26 Mädchen und Jungen für die Klasse 5 aufgenommen werden", erläutert Thomas Gritz, Regionalmanager des Trägers. Diese Zahl wurde erreicht, es lagen sogar mehr als doppelt so viele Anfragen für einen Platz am Gymnasium vor. (tre)

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