Fan des Sternenhimmels hat seinen Traumberuf

Sabrina Fritzsch ist neu im Team des Drebacher Planetariums. Das Faible für Himmelskörper liegt in der Familie.

Drebach.

Das eigene Hobby zum Beruf zu machen ist nicht jedem vergönnt. Schon gar nicht, wenn es sich in der Freizeit um Sternenguckerei handelt. Für Sabrina Fritzsch ist dieser Traum in Erfüllung gegangen: Sie arbeitet als Programmgestalterin im Drebacher Planetarium.

Schon als Mädchen interessierte sie sich für den Sternenhimmel, durfte abends länger aufbleiben, wenn ihr Großvater ihr den Erzgebirgshimmel erklärte. "Das helle Band der Milchstraße oder die Sternenkonstellation des Großen Wagens haben mich fasziniert", erinnert sich die Mildenauerin. Doch besonders hatte es ihr das Sternbild des Orion angetan. "Als markantestes Gestirn am Nachthimmel war es auch ohne Fernrohr deutlich zu sehen."

In der elften Klasse wählte sie zum Erstaunen ihrer Klassenkameraden die drei Sterne des Oriongürtels als Thema einer Facharbeit im Physikunterricht. "Das war eine kleine Sensation. Damit hatte sich noch keiner aus meiner Klasse beschäftig", blickt Sabrina Fritzsch zurück. Nach dem Abitur entschied sich die heute 24-Jährige für ein Studium in Mittweida, Fachrichtung Medienmanagement. Marketing und Werbestrategien, Radio- und TV-Moderation und Journalismus füllten ihren Studienplan.

In den Semesterferien vor vier Jahren gab es endlich wieder den Blick in die Galaxien. "Sabrina absolvierte damals ein unentgeltliches Praktikum bei uns", berichtet Jens Kandler. Als sehr interessiert und wissbegierig war sie dem Leiter des Planetariums schon damals aufgefallen. "Wir hatten bis dahin nur Schüler als Praktikanten. Sabrina hingegen brachte genügend Vorkenntnisse mit, um ihr die Überarbeitung alter Programme anvertrauen zu können." Zwei Jahre hat die neue Programmgestalterin nach dem Studium in einer Annaberger Werbeagentur gearbeitet. "Als ich die Zusage auf meine Bewerbung im Planetarium bekommen habe, konnte ich es anfangs kaum fassen", gesteht sie. Dabei gehe es ihr nicht allein um die Vorführungen. "Ich möchte immer dazu lernen, kommuniziere gern und will eigenes Wissen auch weitergeben", begründet sie ihre Entscheidung für Drebach über die Sternenguckerei hinaus. Und zu lernen gibt es noch einiges für sie, denn seit ihrem Praktikum habe sich viel in der Einrichtung verändert. "Die Programme sind neu, die Projektierung wurde verbessert, und auch die Rechnertechnik ist auf dem neuesten Stand. Da musste ich mich erst reinfinden."

Sabrina Fritzsch löst Christine Kampf ab, die sich nach elf Dienstjahren beruflich umorientieren wollte. "Sehr zu unserem Bedauern", räumt Jens Kandler ein. Doch bei dem lückenlosen Personalwechsel habe er ein gutes Gefühl. Das sei auch notwendig, denn abgesehen von zwei Teilzeitkräften belegen Sabrina Fritzsch und ihr Chef die einzigen Vollzeitstellen in der Einrichtung. Mit rund 20.000 Besuchern und einem Umsatz von etwa 80.000 Euro rechnet der Einrichtungsleiter in diesem Jahr. "Das ist ein gutes Ergebnis, jedoch keinesfalls kostendeckend", weiß er. Die finanzielle Hauptlast der Personalkosten trage noch immer die Gemeinde.

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