Geschwister haben eine Mission: Kröten retten

Zwei junge Waldkirchener ziehen täglich los, um die Tiere in Teiche zu setzen. Eine Aktion, die Erfolg zeigt, wie ihr Vater berichtet.

Waldkirchen.

Lia und Joas Haupt haben eine Mission: Leben retten. Und zwar das von Kröten. Die Geschwister wohnen in Oberwaldkirchen. Dort befindet sich ein Bereich, der begrenzt wird von der Börnichener Straße und der Hauptstraße in Richtung Grünhainichen. Und in diesem Dreieck befinden sich zwei Teiche, die im Frühjahr auf Kröten eine ungeheure Anziehungskraft ausüben. "Das sind der Pfarrteich und der Schafteich, dorthin wandern sie zum Laichen", erzählt Joas Haupt, und seine Schwester Lina ergänzt: "Wir laufen den Krötenschutzzaun ab, nehmen die Tiere aus den Eimern und setzen sie in die Teiche ein." Meist handelt es sich bei den tierischen Wanderern um Männchen, selten auch um Weibchen, die ein Männchen huckepack transportieren. Die Erdkröten, lateinischer Name Budo bufo, ziehen zum Laichen immer zu ihrem Geburtsort. Errichtet wird der Krötenschutzzaun von der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Zschopau.

Benjamin Haupt ist der Vater der beiden ehrenamtlichen Krötenschützer und kann sich an ganz andere Zeiten erinnern. "Da war die Börnichener Straße übersät von Krötenleichen", erzählt der Waldkirchener.

Seine Kinder Lina und Joas hatten in den vergangenen Jahren ein gutes Vorbild in Sachen Krötenrettung. Marion Schubert war die Krötenretterin von Oberwaldkirchen. Jetzt will sie etwas kürzer treten, aber die "Krötengeschichte" weiß sie in guten Händen. "Wir sind oft mit Frau Schubert mitgelaufen, wenn sie die Kröten aus den Eimern genommen und in die Teiche gesetzt hat. Das gehört bei uns zum Frühjahr dazu", sagen der 13-jährige Joas und seine zehnjährige Schwester Lina, die auch manchmal von Nachbarskindern begleitet werden. Sie haben eine Liste, in die sie die täglichen "Fangzahlen" eintragen. Begonnen hatte die Krötenwanderung in diesem Frühjahr am 13. März, die Temperatur betrug um 15 Uhr 7 Grad Celsius, als das Geschwisterpaar zur ersten Krötensammelaktion aufbrach. Acht Erdkröten betrug ihre Ausbeute. In den nächsten Tagen ging es Schlag auf Schlag, mit 147 Erdkröten markierte der 14. März 2020 den bisherigen Höhepunkt der Krötensaison.

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