Glyphosateinsatz nahe der Heilquelle

Ein mit Unkrautvernichtungsmittel behandeltes Feld hat in Warmbad zu Nachfragen geführt. Darf das Mittel so nahe an der Silber-Therme verwendet werden?

Warmbad.

Einen ungewöhnlichen Anblick bietet in diesen Tagen ein Feld, das unmittelbar an den Kurpark mit der Silber-Therme Warmbad grenzt. Die braune Vegetation lässt vermuten, dass ein Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat verwendet wurde. Ist der Einsatz derartiger Stoffe nahe der Heilquelle überhaupt zulässig? Eine Frage, die ein Wolkensteiner Bürger am "Freie Presse"-Lesertelefon stellte.

Bei dem Mittel handelt es sich tatsächlich um Glyphosat, bestätigt Frank Bilz von der Bauernland AG Großolbersdorf, die die Fläche bewirtschaftet. Damit wurde Weidelgras abgetötet, das als Zwischenfrucht vor dem Mais in den Boden kam. Auf diese Weise kann der Landwirtschaftsbetrieb aufs Pflügen verzichten und vermindert somit die Bodenerosion. Bauernland-Vorstand Bilz spricht von einer guten bäuerlichen Praxis. "Da ist nichts schief- gelaufen." Der Einsatz von Glyphosat - wie dort geschehen - in den Heilwasserschutzzonen II und III sei erlaubt.

Das bestätigt das Landratsamt des Erzgebirgskreises. Wenngleich nach der Verordnung zum Heilquellenschutzgebiet aus dem Jahr 2011 für die Landwirtschaft Restriktionen bestehen. So ist in der Schutzzone II der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen verboten. Ausgenommen davon ist die Anwendung von mineralischem Dünger oder von bestimmten Pflanzenschutzmitteln. "Der Einsatz von Glyphosat in den Schutzzonen II und III ist dagegen noch erlaubt", sagt Pressesprecher Stephan Pechfelder. Wenngleich immer mal wieder über ein Verbot diskutiert werde.

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    JanaFrey
    03.05.2020

    Das ist eine große Enttäuschung für die Gemeinde, den Kurort und die zahlreichen Besucher ... Die Quelle ist also lediglich eine Marketingmaßnahme ... Jeder Besucher sollte also künftig genauer hinschauen wo er hinfährt - Besser wäre ab SOFORT auf Glyphosat rund um das Heilbad zu verzichten und das UNVERZÜGLICH zu verkünden, denn diese Information wird sicher die Runde machen! J. Frey private Vermieterin von Ferienapartments in Annaberg- Buchholz, K5-Suites

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    872889
    01.05.2020

    Ist doch egal, wo Glyphosat aufgebracht wird. Ob neben einem Heilbad oder auf einem anderen Feld. Das Gift ist doch schließlich völlig unbedenklich. Also drauf damit... Und vielleicht wirkt das Wundermittel ja auch gegen den Virus. Dann können wir in Warmbad bald wieder baden gehen und in der Sauna kuscheln. Nur so ein kleiner satirischer Gedanke...