Häuserverkauf in Scharfenstein verzögert sich

Der erste Beschluss des Drebacher Gemeinderates hat sich mit der Veräußerung kommunaler Wohnungen befasst. Es wurden Bedenken deutlich.

Drebach.

In seiner konstituierenden Sitzung hat der neue Drebacher Gemeinderat einen groben Überblick über die finanzielle und bautechnische Situation der Kommune erhalten. Für viele war das ein passender Einstieg, denn rund die Hälfte des Gremiums - mit Bürgermeister Jens Haustein zählt es 19 Mitglieder - ist neu gewählt worden. Neben einigen Rückkehrern sind auch "Anfänger" dabei, denen die Informationen wichtige Einblicke lieferten.

Verwaltungsleiterin Kathrin Sieber gab einen Überblick über den aktuellen Haushaltsplan. "Das ist ein Pflichtbericht Mitte des Jahres, bei dem die Planerfüllung überprüft wird", erklärte Haustein im Vorfeld. Einige Projekte, die sich hinter den vielen Zahlen verbergen, wurden anschließend von Volker Helbig kurz erläutert, denn der Sachgebietsleiter Bau gab einen groben Überblick über die laufenden beziehungsweise geplanten Maßnahmen. Dabei kam unter anderem zur Sprache, dass es vor dem Abriss der Investruine in Grießbach noch einige Untersuchungen geben soll.


So will sich das Bergbauamt einen Einblick über alte Schächte aus der Wismut-Zeit verschaffen, die sich eventuell unter der Erdoberfläche befinden. "Nach unserer Einschätzung hat das nur geringe Auswirkungen", sagte Helbig, der zudem die Arbeiten am Parkplatz neben dem Scharfensteiner Bahnhof als nahezu abgeschlossen bezeichnete: "Eigentlich ist er fertig, aber die die Kennzeichnung der Parkflächen steht noch aus."

Nachdem die Gemeinderäte lange nur zugehört hatten, waren sie selbst aufgerufen, sich zu äußern. Schließlich stand nach dem Festlegen von Matthias-Joachim Schumann und Volker Weber als Stellvertreter von Bürgermeister Jens Haustein der erste Beschluss der neuen Legislaturperiode auf dem Programm. Eigentlich sollte dabei der Verkauf von zwei Häusern in Scharfenstein mit kommunalen Wohneinheiten abgesegnet werden, doch so weit kam es nicht.

Für die insgesamt 18 Wohneinheiten, von denen sechs leer stehen, interessiert sich ein privater Investor. Im Grunde ist das im Interesse der Gemeinde, die sich vom kommunalen Wohneigentum trennen will. Allerdings äußerte Ralf Eberlein Bedenken. "Wir sollten uns erst rückversichern, dass es ein seriöser Abnehmer ist", so sein Hinweis. Obwohl Volker Weber darauf hinwies, dass eine Rückabwicklung bei Verstößen jederzeit problemlos möglich sei, wurde der Entschluss schließlich vertagt. Zunächst soll die Gemeinde Referenzen zu betreffenden Person einholen.

Generell unterstrich Jens Haustein aber noch einmal, dass die Gemeinde zu dem Grundsatzbeschluss steht, sich von kommunalen Wohneigentum zu trennen. Statt die Bereitstellung solcher Wohnungen als Pflichtaufgabe zu erachten, habe sich der alte Gemeinderat dazu entschieden, "eher die Infrastruktur zu stärken". Schließlich habe sich der Verkauf der Wohnungen an Privatpersonen und Firmen bewährt.

"Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, denn die Wohneinheiten wurden in einen guten Zustand gebracht uns sind auch größtenteils vermietet", erklärte der Bürgermeister. Zu beachten sei allerdings, dass die Kommune die Wohnungen nie unter dem Gutachterwert verkaufen dürfe. In Scharfenstein sei diese Auflage erfüllt, sodass der Verkauf in der nächsten Sitzung des Gemeinderats erneut auf die Tagesordnung kommen soll.

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