Kunsthandwerksfirma Blank vereint zwei erzgebirgische Traditionen

Am Fuße der Glöckchenpyramide von Uwe Blank wird in der nahenden Adventszeit eine spezielle Modelleisenbahn ihre Runden drehen. Dabei profitiert der Grünhainichener vom großen Hobby eines Kunden.

Grünhainichen.

Seit Anfang der 1990er-Jahre lassen sich Ulrich Franke und seine Familie das Pyramidenfest in Grünhainichen nicht entgehen. Diesmal freut sich der 63-jährige Freiberger ganz besonders auf die Veranstaltung, die am zweiten Adventswochenende auf dem Gelände der Firma Blank ansteht. Schließlich wird am Fuße der großen Glöckchenpyramide die LGB-Bahn von Ulrich Franke ihre Runden drehen. Der letzte Feinschliff beim Aufbau steht in dieser Woche noch an, doch eine erfolgreiche Jungfernfahrt hat es bereits gegeben.

"LGB steht für Lehmann Groß-Bahn. Manche sagen aber auch Lehmann Garten-Bahn dazu", erklärt der Freiberger. Von 1968 bis 2006 habe es diese speziellen Modelle zu kaufen gegeben, die im Werk von Ernst Paul Lehmann in Nürnberg im Maßstab 1:22,5 gefertigt wurden. Ihre Spurweite beträgt 45 Millimeter. "Das war die größte, die es für Normalverbraucher zu kaufen gab", erzählt Franke, der selbst vom "Virus" dieser besonderen Modellbahn infiziert wurde. Inzwischen sind die Gleise in seinem Garten an die 250 Meter lang. Eine seiner LGB-Loks sowie zwei Wagen ziehen nun aber um, denn sie sollen bis Anfang Februar das Publikum vor dem Schaukasten in Grünhainichen faszinieren.

Geboren wurde die Idee bei einem Gespräch mit Firmeninhaber Uwe Blank, dessen Faltenrockengel eine weitere Sammelleidenschaft bei Familie Franke geweckt haben. "Unsere Enkel bekommen immer Engel zu Weihnachten geschenkt", so der 63-Jährige. Das neueste Exemplar der Sonderedition 2019, bei dem ein Engel ein originalgetreues Modell der Schmalspur-Dampflokomotive "I K" in den Händen hält, steht auf der Liste. Vor allem aber gab dieses von der Preßnitztalbahn inspirierte hölzerne Kunstwerk den Anstoß für die Kooperation des Freiberger Hobby-Sammlers und des Unternehmers aus Grünhainichen.

"Erzgebirgische Holzkunst und Modellbahnen gehören zur Weihnachtszeit einfach dazu", sagt Uwe Blank, in dessen Augen eine "himmlische Kombination" entstanden ist. Grund dafür sind auch die Engel, die auf den beiden Wagen mitfahren. "Unsere Mitarbeiter haben sie dekoriert. Neben einer Christbaumszene ist auch ein Musikerwagen zu sehen", der damit einen Hauch von Bergmannsaufzug in der Vitrine vor seinem Geschäft spürt. Stolz ist er auch darauf, dass der benötigte Strom von einer Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach stammt. In der Spitze werden dort knapp 50 kW produziert. "Energiemäßig sind wir fast autark", sagt der Unternehmer, der stolz ist auf die erreichte Nachhaltigkeit. Mit einer Investition im siebenstelligen Bereich sei das Firmendomizil seit 2015 auf einen "top-modernen Stand" gebracht worden. Holzabfälle kommen in die neue Heizungsanlage. Außerdem können die 50 Mitarbeiter dank eines speziellen Lagerliftsystems noch effizienter arbeiten. Auf einer Grundfläche von 9 Quadratmetern kann Material auf bis zu 170 Quadratmetern gelagert werden, da die Anlage 12,60 Meter hoch ist.

"Wichtig ist, dass trotz der Modernisierung die traditionelle Handarbeit gewahrt geblieben ist", sagt Uwe Blank, der mit der Bahn am Fuße der Pyramide ein Zeichen setzen will. Auch dort waren zahlreiche Handgriffe nötig, um im wahrsten Sinne des Wortes alles ins Rollen zu bringen. Unter anderem musste Franke die verwendeten Schienen in einen kleineren Radius biegen, da der Schaukasten nur begrenzten Platz hergibt. Eine Herausforderung, der sich der 63-Jährige gern stellte. Auch bei ihm daheim ist vieles Marke Eigenbau. An der jüngsten Tüftelei kann sich aber nicht nur die Familie, sondern die breite Öffentlichkeit freuen. Schließlich können Kinder die gerade aufgebaute LGB-Bahn bald per Knopf auf die nächste Runde schicken.

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