Plexiglasscheiben trennen Apotheker und Kunde

Nicht nur Mitarbeiter werden auf diese Weise geschützt. Doch die Händler haben noch andere Probleme.

Marienberg/Zschopau.

Kunden und Mitarbeiter der Zschopauer Adler-Apotheke sind seit Dienstag durch einen unsichtbaren Schutz voneinander getrennt. "Ich hatte beschlossen, Plexiglasscheiben an jedem Arbeitsplatz einzubauen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter vor Tröpfcheninfektionen, wodurch das Coronavirus übertragen wird", sagt Maik Uhlig. Der Apotheker ist Inhaber der Adler-Apotheke und hat die Plexiglasscheiben mit Durchreiche für alle fünf Arbeitsplätze im Kundenbereich anbringen lassen.

Matthäus Weiser von der Scharfensteiner Firma Brandes Technik GmbH hat die Scheiben passgenau bearbeitet. "Die Preise für die Scheiben sind in den vergangenen Tagen in die Höhe geschnellt, was auf erhöhte Nachfrage schließen lässt", erzählt der Projektleiter und fügt hinzu: "In den Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften werden sie jetzt verstärkt zum Schutz der Mitarbeiter eingesetzt."

Vor allem in den Apotheken, wohin zwangsläufig viele Kranke gehen, um Rezepte einzulösen, ist der Bedarf groß, weiß auch Göran Donner von der Landesapothekerkammer Sachsen. "Die Bundesapothekerkammer hat eine Empfehlung ausgesprochen, die Angestellten mittels derartiger Einbauten zu schützen. Das ist aber keine Verpflichtung, jeder Apothekeneigentümer ist selbst verantwortlich", sagt der Sprecher des Vorstandes und Vizepräsident der Landesapothekerkammer Sachsen. "Wir haben schon seit Samstag derartige Scheiben, außerdem lassen wir nicht mehr als jeweils fünf Patienten in die Apotheke", erzählt Friederika Richter von der Marienberger Löwen-Apotheke. Außerdem sei der Desinfektionsplan den gestiegenen Anforderungen entsprechend geändert worden. Das Coronavirus sei nicht die einzige Baustelle, die von den Apotheken derzeit bearbeitet werden müsse. "Wenn auf einem Rezept drei Medikamente stehen, ist mindestens eins davon derzeit nicht lieferbar", sagt die angestellte Apothekerin.

Susanne Grießbach von der Olbernhauer Herz-Apotheke hingegen gibt freimütig zu, dass sie über so etwas wie eine Plexiglasscheibe noch nicht nachgedacht habe: "Wir kommen derzeit wegen des großen Ansturms einfach nicht dazu. Dazu noch die großen Lieferengpässe, beispielsweise bei Desinfektionsmitteln, die wir versuchen zu beseitigen."

"Wir haben zwei Scheiben bestellt, die werden demnächst eingebaut", sagt Matthias Schneider von der Zschopauer Markt-Apotheke. "Außerdem werden wir darauf achten, dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig in der Apotheke aufhalten."


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