Plusbusse im Landkreis stehen zur Disposition

Technischer Ausschuss fällt Entscheidung über Fortführung des Projekts

Aue/Schwarzenberg.

Bekommen die Plusbuslinien im Erzgebirgskreis noch eine Chance oder werden sie vom Technischen Ausschuss des Kreistages ins Aus gefahren? Die Entscheidung soll am Dienstag fallen, damit eventuelle Streichungen im neuen Fahrplan wirksam werden können. Das Landratsamt hatte als Grund für Einschnitte das wachsende Minus in der Kasse der Regionalverkehr Erzgebirge (RVE) angeführt - auch weil erhoffte Zuschüsse vom Freistaat nicht in vollem Umfange eingetroffen seien. Aus jetziger Sicht prognostiziert der Landkreis für 2020 einen Zuschuss von 13,2 Millionen Euro für die RVE - fast 1,2 Millionen mehr als geplant.

"Ich hoffe, sie fahren weiter", sagt Ulrike Kahl, Fraktionschefin der Grünen im Kreistag. Sie habe sich gefreut, dass mit den Plusbussen die jahrelange Stagnation erweiterter Angebote beendet werden konnte. Sie forderte den Freistaat auf, die ausstehenden Zuschüsse zu zahlen, "selbst wenn die Taktung der Busse nicht immer auf die Minute stimmt". Jörg Neubert, Chef der SPD-Fraktion, glaubt, dass lediglich ein "Sündenbock für die enormen Mehraufwendungen" des RVE gesucht wird. Die nicht gezahlten Zuschüsse in Höhe von 360.000 Euro seien nur ein kleiner Teil. Wenn die RVE einen Anspruch auf diese habe, solle sie doch klagen, sagt Neubert.

Für die Beibehaltung der Plusbuslinien plädiert auch CDU-Kreisrat Ingolf Wappler. Er schlägt vor, die Abweichungen von wenigen Minuten zu korrigieren und überall die reine Stundentaktung zu etablieren: "Wenn ein zusätzlicher Schulbus nötig ist, muss der eben eingesetzt werden." Aus Wapplers Sicht wäre es ein Armutszeugnis, das Plusbus-Projekt zurückzudrehen. Das sieht auch Mathias Korda so. Er ist Abteilungsleiter Verkehr/Infrastruktur beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Zwar sei er nicht im Detail über die Pläne im Erzgebirgskreis informiert, doch für ihn ist das Plusbus-Projekt "der richtige Weg". CDU-Fraktionschef Silvio Krause möchte mehr Ehrlichkeit in der Debatte. Im ländlichen Raum werde lieber mit dem Pkw als dem Bus gefahren. Aufwand und Nutzen von ÖPNV-Angeboten seien deshalb immer wieder zu prüfen.

Die Sitzung beginnt am Dienstag, 17 Uhr im Landratsamt in Annaberg-Buchholz.

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