Schau übertrifft Erwartungen

Mehr als 300 Kaninchen werden bei der Kreisschau in Drebach gezeigt. Neben der Quantität lässt auch die Qualität der Tiere aufhorchen.

Drebach.

Ganz genau schauen sie hin, die Preisrichter dieser 77. Kreisschau. Fast 320 Kaninchen haben die Züchter des Annaberger Kreisverbandes nach Drebach mitgebracht, und jedes muss genau unter die Lupe genommen werden. Das Gewicht ist schnell ermittelt, doch die Einordnung von Körperform, Fellstruktur, Rassemerkmalen und Pflegezustand erfordert immense Erfahrung seitens des Betrachters. Kommen mehr als 96 von möglichen 100 Punkten in Betracht, wird noch ein zweiter Experte zurate gezogen. In Drebach war das mehrfach nötig, denn letztlich teilten sich sechs Tiere die höchste Punktzahl (97,5) - und damit die Einstufung als "Vorzüglich".

Das gleiche Prädikat verleihen die Gastgeber des Drebacher Rassekaninchenzüchtervereins ihrer Veranstaltung, denn diese übertrifft die im Vorfeld gehegten Erwartungen. "Insgesamt sind 47 Rassen und Farbenschläge zu sehen. Das ist sehr viel", sagt Ausstellungsleiter Maik Vigilowsky. Ganz so verwunderlich sei es dann aber doch nicht, dass die gezeigten Tiere auch hohe Noten erhielten. Schließlich haben sie Weihnachten überstanden und sind nicht wie einige Artgenossen im Küchentopf gelandet. "Das ist ein gutes Zeichen", sagt Vigilowsky, der wie andere Züchter auch selbst aussortiert. "Es lohnt sich nicht, mit niedrig bewerteten Tieren zu züchten", erklärt der 37-Jährige.

Nicht nur die Zahl der Langohren, sondern auch die der teilnehmenden Züchter erfreut die Drebacher Gastgeber. Nun hoffen sie zudem auf möglichst viele Besucher, denn die Ausstellung spielt im Vereinsleben eine wichtige Rolle. "Solche Veranstaltungen sind wichtig, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren", betont Erich Günther. Für den Vereinsvorsitzenden ist nicht nur die Wahrnehmung im Ort und in der Umgebung von entscheidender Bedeutung. Er hofft auch, damit Interesse an der Kaninchenzucht zu wecken, "auch wenn es mit der Jugend schwierig ist". Hin und wieder finden sich junge Interessenten, doch studien- und berufsbedingt verschwinden auch diese häufig wieder aus dem Verein.

Generell haben es die Züchter schwer. Dass jeder nur noch zwischen 20 und 40 Exemplare hält, liegt nicht nur am Geld, sondern auch an der sogenannten China-Seuche. Bekannt ist die aus China stammende Tierkrankheit schon seit dem Ende der 1980er-Jahre. "Aber erst in den vergangenen zehn Jahren hat sie sich straff verbreitet", sagt Günther. Und noch immer würden die Folgen drastischer: "Früher kam sie nur bei schwülwarmen Wetter vor, jetzt passiert es auch im Winter." Von Sorgen wollen die Drebacher aber in diesen Tagen nichts wissen. Sie freuten sich über die 77. Kreisschau, die aus Züchtersicht schon jetzt gelungen ist. Nun sollen sich die Besucher von der Vielfalt der Langohren überzeugen - vom schokoladenfarbigen Havanna bis hin zum japanerfarbigen Holländer.


Traditionsreicher Verein begrüßt 69 Züchter mit 319 Tieren

Gegründet wurde der Rassekaninchenzüchterverein Drebach im Jahr 1921. Der Verein mit der Nummer S 104 gehörte lange zum Kreisverband Zschopau, später Marienberg. Weil sich in diesem Verband kein Vorsitzender mehr fand, wechselten die Drebacher und neun weitere Vereine 2016 in den Kreisverband Annaberg.

39 Vereine gehören derzeit zum Annaberger Kreisverband an. 25 von ihnen sind bei der 77. Kreisschau in Drebach vertreten. Die weiteste Anreise unter den insgesamt 69 Züchtern hatten jene aus Kühnhaide, Bärenstein und Sehmatal. Präsentiert werden 319 Tiere, die zu 47 Rassen und Farbenschlägen gehören.

18 Mitglieder zählt der Drebacher Gastgeberverein. Das Alter der Züchter reicht von 33 bis 87 Jahren, ältester unter ihnen ist Manfred Drechsel. In guten Zeiten konnten bis zu fünf Jugendliche für dieses Hobby begeistert werden. Inzwischen hat das Interesse junger Leute nachgelassen, der Altersdurchschnitt steigt. (anr)

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