So rosig soll die Zukunft Annabergs aussehen

Lehrerausbildungsstätte, Hochschule, Bahn-Campus, Industriegebiet. "Wenn diese Projekte Wirklichkeit geworden sind, wird unsere Stadt eine andere sein", sagt Oberbürgermeister Rolf Schmidt. Erste Entscheidungen sind gefallen.

Annaberg-Buchholz.

Die Kreisstadt schrumpft. Annaberg-Buchholz zählt inzwischen weniger als 20.000 Einwohner. Diese Zahl galt bislang als eine Grenze, die man nie unterschreiten wollte. Dass es nun doch passiert ist, liegt daran, dass die Anzahl der Geburten nicht die Anzahl der Menschen ausgleichen kann, die die Stadt verlassen, erklärt Oberbürgermeister Rolf Schmidt. Das sei leider im ländlichen Raum Normalität. Ein Rezept, um die Entwicklung zu stoppen, gibt es nicht. Jede Kommune für sich muss einen Weg finden, um nicht auszubluten.

Für die Kreisstadt heißt der Schlüssel zum Erfolg Bildung. Davon ist zumindest OB Schmidt überzeugt. "Nur wer in Köpfe investiert, gewinnt die Zukunft", sagt er. Und genau deshalb versuche die Stadt mehr für die Bildung zu tun, eine Hochschul- und Forschungslandschaft aufzubauen.

Ein wesentlicher Eckpfeiler soll die Mitteldeutsche Hochschule "Adam Ries" sein. In den nächsten Wochen werden die letzten Entscheidungen für diese private Hochschule getroffen, sagt Schmidt. Ihr Sitz soll im Gebäude des Beruflichen Schulzentrums an der Hans-Witten-Straße sein. Im Gespräch seien im Moment mit IT, BWL und Pflegewissenschaften drei Studiengänge. Gestartet werde voraussichtlich 2020/21 aber mit zwei Studiengängen. Schmidt geht dabei zunächst von einem Semester pro Fachrichtung mit jeweils etwa 20 Studenten aus.

Ein weiterer Pfeiler im Gesamtkonzept sei der Bahn-Campus. Dafür werde am Unteren Bahnhof eine Außenstelle der TU Chemnitz eingerichtet, in der an der digitalen und automatisierten Zukunft der Bahn geforscht wird. Dieses Projekt habe inzwischen eine Eigendynamik entwickelt, deren Tragweite man momentan noch gar nicht überblicken könne. So hätten bis jetzt mehr als 100 Unternehmen ihre Mitwirkung zugesagt. Diese könne so aussehen, dass Firmen dort Niederlassungen errichten, Know-how, Personal oder Geld einbringen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beginne bereits jetzt in der Kreisstadt mit der Forschung und Entwicklung der Digitalisierung im Nahfunkbereich - etwa bei Bahnübergängen. Und die Deutsche Bahn plant in Annaberg-Buchholz künftig Ausbildungsangebote zu schaffen, so Schmidt.

Fest zugesagt sei vom Freistaat zudem die Ausbildungsstätte für Grundschullehrer, die im August in Annaberg-Buchholz eröffnen wird. Damit sollen angehenden Lehrern während ihres zweijährigen Referendariats die bislang regelmäßigen Besuche ihrer Hochschule und damit lange Wege erspart werden.

Nicht minder wichtig in dem Gefüge sei für die Stadt das neue Industriegebiet an der B 101. Dafür habe die Stadt selbst bereits mehr als vier Millionen Euro ausgegeben.

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