Sorgen und Vorlieben von Anwohnern fließen in Planung ein

Bis Januar soll ein Förderkonzept für das Bebel- Gebiet in Zschopau erstellt werden. In einem Workshop konnten Bürger dazu ihre Meinungen äußern.

Zschopau.

Der Zschopauer Jugendclub High-Point ist am Dienstagabend in Hand der älteren Generation gewesen. Zu einem Workshop der Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung (GSL), die im Auftrag der Stadt Zschopau ein Fördergebietskonzept für das August- Bebel-Gebiet erarbeitet, waren etwa 15 Bürger erschienen, die schon jahrzehntelang dort wohnen.

Jens Wagner, der zusammen mit weiteren Stadträten dabei war, fand es "traurig, dass bei insgesamt 1600 Anwohnern so wenige diese Chancen nutzen". Andererseits halfen die Hinweise derer, die gekommen waren, Tom Arnold und Anja Huke durchaus weiter. Die beiden Projektbetreuer von der GSL hatten große Listen und Karten mitgebracht, auf denen Stärken und Schwächen des Viertels notiert werden sollten.

Von spürbarer Unzufriedenheit bis hin zu Stolz reichte die Gefühlslage, wie allein schon das Beispiel von Ramona Michel zeigt. "Ich wohne gern hier und will nicht weg", sagt die 57-Jährige, die im September 1987 in den gerade errichteten Plattenbau zog. Seither genießt sie jeden Tag die Aussicht und die Gemeinschaft im Haus. Die kostenlosen Parkplätze und die vielen Spielgeräte weiß sie ebenso zu schätzen wie die Tatsache, dass sie im Wohngebiet Arzt, Physiotherapeut und Friseur aufsuchen kann. Vieles stört die Zschopauerin auch. Am meisten, dass die Rosa-Luxemburg-Straße in 32 Jahren bis auf ein paar Flickungen nie saniert wurde. Obwohl Spielplätze durchaus vorhanden sind, können diese nur beschränkt genutzt werden, weil dort ab einer gewissen Zeit nur ein bestimmtes Klientel anzutreffen sei. Sauberkeit vermisst Ramona Michel ebenso wie Einkaufsmöglichkeiten für frische Lebensmittel und Mülleimer. Solche Hinweise fanden sich am Ende des Abends ebenso auf den Zetteln wieder wie die Anregung von Jens Heinich, wild gewachsene Hecken verschwinden zu lassen.

"Wir werden alles zu Einheiten zusammenfassen und daraus mögliche Maßnahmen ableiten", erklärte Tom Arnold, der das Konzept mit seinen Kollegen bis Januar fertig haben muss, um vom Förderprogramm "Stadtumbau" zu profitieren. Als vorgezogene Maßnahmen sollen noch vor dem Jahreswechsel die Straßendecke auf dem Neckarsulmer Ring sowie der Fußweg vor dem High-Point saniert werden.

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