Superzelle hängt über Marienberg fest

Ein Unwetter mit Stark- regen und Hagelschauern hat am Donnerstag die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Für die Bergstadt wurde eine Sonderlage ausgerufen.

Marienberg.

Schwarze Wolken sind am Donnerstag über Marienberg gezogen. Während in Olbernhau und Zschopau die Lage entspannt blieb, ließ ein Unwetter über der Bergstadt ab den Mittagsstunden Starkregen, Hagelschauer und Blitze niedergehen. Schuld daran war eine sogenannte Superzelle. Die Gewitterfront hielt von 13 Uhr an die Marienberger Feuerwehren in Atem. Es wurde eine Sonderlage ausgerufen. Das bedeutet, dass die Einsätze nicht mehr zentral von der Leitstelle koordiniert wurden, sondern die Stadtwehr eine örtliche Einsatzleitung einrichtete, erläutert der Marienberger Wehrleiter Kay Kretzschmar.

Vor allem in bebauten Gebieten konnten die Böden die Wassermengen nicht mehr aufnehmen. Die Kameraden mussten wegen überfluteter Straßen ausrücken. Die Dörfelstraße in der Bergstadt wurde zwischenzeitlich gesperrt. Zudem wurden die Feuerwehren wegen eines Dachstuhlbrands nach einem Blitzschlag nach Lauterbach gerufen. "Der Einsatz ist glücklicherweise glimpflich ausgegangen. Es handelte sich um einen Kabelbrand, den wir löschen konnten", erklärt Kretzschmar.


Seine Kollegen im Ortsteil Gebirge mussten mit Wasser vollgelaufene Keller und Wohnräume auspumpen. Die komplett überflutetet Carlstraße wurde gesperrt und mit Sandsäcken wurden weitere Überschwemmungen verhindert, sagt Ortswehrleiter Roberto Jahn. Erst 16.41 Uhr wurde die Sonderlage für Marienberg wieder aufgehoben. Zum Einsatz kamen die Wehren aus Marienberg, Gebirge, Pobershau, Zöblitz, Lauterbach und Lauta.

Dirk Christoph, der in Olbernhau eine private Wetterstation betreibt, bestätigt, dass es sich um eine Superzelle handelte. Weil kaum Wind gegangen sei, habe sie zeitweise über Marienberg festgehangen. So lasse sich erklären, warum innerhalb einer Stunde so viele Regen fiel wie im Sommer sonst üblicherweise in einem Monat.

Schon am Dienstag war es in Olbernhau zu einer ähnlichen Wetterlage gekommen. Eine Superzelle könne entstehen, wenn die Luft sehr aufgeheizt ist. Denn dann nehme sie besonders viel Feuchtigkeit auf, erklärt Christoph. Tritt eine Übersättigung ein, kommt es zu starkem Regen. Die Vorgänge seien komplex, sagt der Wetterexperte. Derartige Regengüsse seien für die Jahreszeit jedenfalls normal.

Zschopaus Wehrleiter Mike Hildebrandt musste mit seinen Kameraden diesmal nicht ausrücken. In der Motorradstadt ist es bei einem sanften Landregen geblieben.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...