Tüftelei in der Werkstatt wird mit längerer Flugzeit belohnt

Sieben Grundschüler sind derzeit in der Modellflug- AG von Peter Goldmann aktiv. Um die Begeisterung aufrecht zu erhalten, wird in Borstendorf sogar während der Ferien gebastelt und geflogen.

Borstendorf.

So klein die ehemalige Borstendorfer Schule auch ist: Sie verfügt über zwei Treppenaufgänge. "In dem einen haben wir die Papierflieger runter fliegen lassen, und im anderen kamen sie wieder hoch", erzählt Peter Goldmann. Er spielt damit auf die Anfänge seiner Modellflug-Arbeitsgemeinschaft an, die inzwischen seit zwölf Jahren existiert. Der 54-Jährige sorgt dafür, dass in dem historischen Gebäude auch heute noch unterricht wird, obwohl alle Erst- bis Viertklässler längst die Grundschule in Leubsdorf besuchen. Von dort aus kommen jeden Freitagnachmittag sieben Schüler nach Borstendorf, um zu basteln und zu fliegen. Sogar in den Ferien steht die Werkstatt allen offen.

"Eigentlich hatte ich mir 1980 geschworen, nie wieder einen Fuß in dieses Gebäude zu setzen", erinnert sich Peter Goldmann. Damals hatte er gerade die zehnte Klasse hinter sich und war froh über seinen Abschluss. Doch das Schicksal sollte ihn wieder an jenen Ort zurückführen. Sein ehemaliges Musikzimmer, in dem später auch das Fachkabinett Biologie untergebracht war, ist inzwischen fast das zweite Zuhause des Borstendorfers. Denn dort hat er mithilfe der Gemeinde seine Werkstatt aufgebaut, die viele Maschinen und Materialvorräte enthält. Doch Goldmann geht seiner Leidenschaft nicht alleine nach. Er hat auch viele Kinder fürs Modellfliegen begeistern können. Aus dem Jugendlichen, der einst von der Schule nichts mehr wissen wollte, ist selbst ein Lehrer geworden.


Eigentlich ist der 54-Jährige bei der Kommune als Technischer Mitarbeiter angestellt. Doch er kümmert sich eben auch um den Nachwuchs. Sieben Grundschüler gehören aktuell zur AG. Dazu kommen noch einmal sieben ältere Schüler, die als Mitglieder der Jugendgruppe dem Modellflug treu geblieben sind. Zu ihnen gehören auch Chris Nürnberger und Alec Fahsel, die mit ihren Medaillen bei der Sachsenmeisterschaft gezeigt haben, wie weit man es bringen kann. "Da seht ihr, dass es kein Hexenwerk ist. Jeder kann es schaffen", sagt Goldmann zu den jüngsten AG-Mitgliedern, um auch sie für Wettkämpfe zu motivieren.

Viele belassen es derzeit noch beim Basteln. Doch auch das ist für den AG-Leiter ein guter Anfang. "Manche bauen so versessen an ihrem Flugzeug, dass man sie gar nicht mitbekommt", sagt er. Die Belohnung folgt wenig später am Himmel, wo die Verfeinerung der kleinen Segelflieger meist zu längeren Flugzeiten führt. "Man muss darauf achten, wo man sich hinstellt, und dann die Schnur schnell nach oben ziehen", erklärt Goldmann.

Damit seine Schützlinge das während der Sommerferien nicht verlernen, trifft er sich mit ihnen nach Absprache in der Schule. "Das wird rege genutzt", sagt er aus Erfahrung. Dazu komme noch jeden Sonntag von 13 bis 15 Uhr das Lehrer-Schüler-Fliegen auf dem Modellflugplatz in Oederan. Zum dortigen Verein gehören die Borstendorfer, bei denen auch Jürgen Kempe Tipps gibt. So hoch wie Peter Goldmann hat aber auch er es noch nicht geschafft. Nachdem er beim Schaufliegen während des Borstendorfer Feuerwehrfestes mit 986 Metern einen neuen Höhenrekord aufstellte, wird er auch "Goldi, der Stratosphärenpilot" genannt. In ähnliche Höhen will er bald auch die Schüler seiner Arbeitsgemeinschaft führen.

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