Von der Begegnung mit Alpakas bis zum Schwimmbadbesuch

Viele Leser nehmen Anteil am Schicksal des schwerst mehrfachbehinderten Tim Grund. Neben Geldspenden gibt es auch andere Hilfsangebote für den zwölfjährigen Zschopauer.

Zschopau.

"Wahnsinn, ich bin sprachlos." Mandy Grund kann es kaum fassen, wie viel Geld die Leser der "Freien Presse" für ihren Sohn Tim bisher gespendet haben. "Ich habe so gehofft. Nun bin ich optimistisch, dass ich mich mit Tim auf viele schöne Dinge im kommenden Jahr freuen kann." Der aktuelle Stand weist 31.744,50 Euro aus. Davon soll ein Auto gekauft werden, in das Tim mit seinem großen Spezialrollstuhl samt Sauerstoffgerät passt, damit er mit seiner Mutter und den Betreuerinnen Ausflüge unternehmen und andere Eindrücke als nur vom Balkon der kleinen Wohnung aus aufnehmen kann. Mandy Grund hat schon Pläne: "Die Familienmitglieder besuchen, in den Zirkus gehen, vielleicht auch am zweitägigen Kind-Eltern-Urlaub des Chemnitzer Elternvereins krebskranker Kinder teilnehmen - Hauptsache, viel Zeit miteinander und mit anderen verbringen. Was sich da für Möglichkeiten ergeben würden - ich kann es gar nicht fassen."

Der Weihnachtswunsch der Zschopauerin fällt ansonsten bescheiden aus: "Nachdem wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Festtage im Krankenhaus verbracht haben, wäre ein Weihnachten bei uns zuhause, an dem uns meine Familie besuchen kann, das Schönste, was wir uns wünschen."

Das Interesse an Tims Schicksal ist groß. Mandy Grund hat viel Zuspruch erfahren: "Viele drücken uns die Daumen, dass das mit dem Auto klappt. Einige, vor allem ältere Menschen, haben mir ihre Spende bar in die Hand gedrückt, weil ihnen der Weg zur Bank zu beschwerlich war oder sie wahrscheinlich anonym bleiben wollten. Ich habe das Geld, insgesamt 600 Euro, natürlich auf das Spendenkonto der Aktion ,Leser helfen' eingezahlt."

Neben finanziellen Zuwendungen haben die Familie inzwischen auch andere Hilfsangebote erreicht. Bettina Bochmann aus Kleinolbersdorf, mit ihrer Tochter Stefanie seit Oktober im Besitz von vier Alpakas, lädt den Jungen und seine Mutter zu einem Besuch bei den Tieren ein. "Sollte das nicht möglich sein, können wir mit einem Tier auch zu Tim kommen", stellt Bettina Bochmann in Aussicht. Die beiden Frauen wollen die Alpakas für therapeutische Zwecke im Umgang mit Kindern, Behinderten und Pflegebedürftigen ausbilden.

"Wir waren mit ihnen schon einmal in einem Pflegeheim und erstaunt, wie empathisch die Tiere auch auf verschlossene Menschen reagiert haben. Die Alpakas haben ein sehr gutes Gespür." Auch Mandy Grund ist sich sicher, dass das ihrem Sohn gefallen könnte: "Im kommenden Jahr wollen wir das Angebot nutzen."

Auch Mitarbeiter der Grundstücks- und Gebäudewirtschafts GmbH Zschopau (GGZ) und der von ihr betriebenen Schwimmhalle haben sich Gedanken gemacht, wie sie Tim helfen können. Sie bieten eine individuelle Betreuung des Jungen im kleinen Becken an, schreibt GGZ-Geschäftsführerin Kerstin Rümmler: "Einen Lift, um ihn ins Wasser zu heben, haben wir ja." Der mobile Beckenlift kann sowohl am 28 Grad Celsius warmen Schwimmer- als auch am mindestens 32 Grad Wassertemperatur messenden Nichtschwimmerbecken eingesetzt werden, erläutert Schwimmhallen-Leiter René Lutter. Er verfügt zudem über Aqua-Fitness-Lizenzen, die ihm auch die Betreuung des Reha-Sports erlauben. "Vielleicht kann Tim zu einer Zeit kommen, in der nicht so viel los ist. Es dürfte angenehmer für den Jungen sein, wenn nicht so ein Trubel herrscht", meint René Lutter.

Auch dieses Angebot möchte Mandy Grund gern nutzen - wenn sie Tim mit einem größeren Auto in seinem Spezialrollstuhl dorthin befördern kann. "Das wäre wirklich eine ganz tolle Sache. Als Therapeutin würde ich Tim auch dorthin begleiten. Von seinen Krankenschwestern weiß ich, dass so etwas mit ihm möglich ist und sie eine Behandlung im Wasser für erstrebenswert halten", bietet auch Physiotherapeutin Anett Richter an, die Tim seit rund zehn Jahren betreut.

Weitere Informationen zur Aktion unter www.freiepresse.de/leserhelfen

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