Was Zschopaus Häuser erzählen

18 Gebäude der historischen Innenstadt werden mit Infotafeln ausgestattet. Auch ins Internet soll es eine Verbindung geben.

Zschopau.

Zschopaus historische Mauern sind vollgepackt mit Geschichten. So war der russische Zar Peter der Große dort mehrfach zu Gast und speiste im ältesten Fremdengasthof der Stadt. Ein gutes Jahrhundert später bezog Zar Alexander I. in der später "Hotel Stadt Wien" benannten Herberge - dem heutigen Polizeistandort - Quartier. Diese und weitere Episoden zu Bauwerken der denkmalgeschützten Innenstadt bekommen Gäste demnächst entlang eines kunsthistorischen Stadtrundganges erzählt - auch ohne persönliche Führung.

Die Route umfasst 18 Stationen mit bau- und stadtgeschichtlich bedeutsamen Bauwerken - ausgestattet mit Infotafeln im Din-A4-Format. Etwa die Hälfte davon ist schon angebracht, sagt Uwe Gahut. Die Idee ist nicht neu. Schon vor Jahren hatten sich Mitarbeiter der Verwaltung darüber Gedanken gemacht. "Nur fand sich damals niemand, der das Projekt umsetzt", erinnert sich der Stadtsprecher. Diesmal ist das anders. Vor einem Jahr bekam Uwe Gahut Besuch von einem Vertreter einer Berliner Firma, die sich mit Online-Marketing befasst. Eigentlich sollte es um einen neuen Stadtplan gehen. "Doch bei dem Termin sind wir auf die Denkmalroute zu sprechen gekommen", berichtet Gahut. Die Idee lebte neu auf. Gemeinsam wurden Gebäude ausgesucht, die dafür infrage kommen. Zudem galt es, Unternehmen zu finden, die das Projekt finanzieren.


Zu jedem Gebäude wurde ein Textvorschlag erarbeitet, der nicht nur mit dem Eigentümer abgestimmt werden musste. Weil geschichtliche Daten oft Interpretationsspielraum lassen, sollten die Beiträge konsensfähig sein. "Über die Texte haben vorher viele Augen geschaut", erinnert sich Uwe Gahut an das Prozedere. Wobei es bei den Behörden am aufwendigsten gewesen sei, eine Zustimmung zu erhalten, fügt er augenzwinkernd an.

Doch am Ende zählt das Ergebnis: Jede Glastafel ist mit einem handgemalten Bild von dem Gebäude versehen, um das es geht. Darunter finden sich fünf bis zehn Sätze mit Wissenswertem. Zudem enthält jede Tafel einen QR-Code. Später soll eine Smartphone-App freigeschaltet werden, mit der sich über den Code weitere Informationen abrufen lassen, erklärt Uwe Gahut.

"Einwohner Zschopaus werden beim Lesen noch so manch interessantes historisches Detail erfahren. Gäste der Stadt wird das reichhaltige baukulturelle Erbe beeindrucken oder gar überraschen", schreibt Oberbürgermeister Arne Sigmund im Vorwort zur Begleitbroschüre. Etwa das: Auf dem Weg zur Völkerschlacht nach Leipzig zog ein Großteil der österreichischen Armee - die gesamte Artillerie mit 14.000 Gespannen einschließlich Munitionswagen - über die 1813 noch im Rohbau befindliche Zschopaubrücke.

Stadtrundgänge werden auch geführt angeboten - der nächste am 19. September. Treffpunkt ist 10 Uhr an der Museumskasse des Zschopauer Schlosses.

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