Zu wenige Teilnehmer: Stadt sagt Monatsmarkt in Zschopau ab

Eigentlich sollten sich am kommenden Sonntag viele Modellbauer auf dem Hof von Schloss Wildeck treffen. Deren Interesse hält sich aber ebenso in Grenzen wie das der Händler von Frischeprodukten.

Zschopau.

Auf die Musiker der kleinen Band F.E.A. kann sich Christian Vogel verlassen. Das Akustik-Duo wird, wie geplant, am Samstag von 10 bis 12 Uhr am Fuße des Dicken Heinrichs spielen. Die vielen Modellbauer, die drum herum für ein buntes Treiben auf Schloss Wildeck sorgen sollten, bleiben jedoch aus. "Leider gab es zu wenige Anmeldungen. Wir hatten uns mehr erhofft", erklärt der Leiter des Zschopauer Kultur- und Tourismusbetriebs, warum der für Sonntag geplante Monatsmarkt von der Stadtverwaltung abgesagt wurde.

"Schade", sagt Vogel seufzend. Schließlich hatte der Auftakt der Veranstaltungsreihe Hoffnung geweckt. Nachdem die ersten Termine der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen waren, erwies sich der Trödelmarkt Anfang Juli als Hoffnungsschimmer. Bei Sonnenschein genossen 15 Händler und mehr als 120 Besucher das gemütliche Flair im Schlosshof. Am ersten Samstag jedes Monats sollte es fortan ähnlich zugehen, doch nun folgt ein herber Dämpfer. "Dabei ist der Modellbau ja sehr vielfältig - von Bahnen über Autos bis hin zu Flugzeugen", wundert sich Vogel. Allein am gewählten Thema dürfte es also nicht gelegen haben. "Wahrscheinlich ist es eine Kombination mit dem Termin in der frühen Phase der Sommerferien", mutmaßt der Stadtmitarbeiter.

Den Monatsmarkt als regelmäßigen Höhepunkt zu etablieren, erweist sich auch in anderer Hinsicht als schwierig. Schließlich sollte die Veranstaltung stets einhergehen mit einem Frischemarkt. Der wurde bereits im Juli gestrichen - und stellt nun erneut keine Bereicherung dar. "Zaubern kann ich leider auch nicht", sagt dazu Katrin Schiel. Die Leiterin der Dresdner Niederlassung der Deutschen Marktgilde habe im Vorfeld wieder rund 120 Händler kontaktiert, positive Rückmeldungen blieben jedoch aus. "Es war nichts zu machen", sagt Katrin Schiel, die auf ein Kapazitätsproblem verweist: "Es gibt einen Mangel an Händlern." Das Angebot werde in den nächsten Jahren nicht besser, sondern schlechter. "Viele gehen bald in Ruhestand, aber es rücken keine jungen Leute nach", erklärt die Expertin, die in Burgstädt und Limbach-Oberfrohna dennoch ähnliche Monatsmärkte auf die Beine stellen konnte. Positiv habe sich bei diesen Projekten womöglich die Nähe zu Chemnitz ausgewirkt.

Dass es in Zschopau kritische Stimmen gibt, kann Katrin Schiel nachvollziehen. Schließlich sollte die von der Stadt beauftragte Marktgilde mit ihren Kontakten helfen, etwas zu bewegen. "Aber wenn es keinen Frischemarkt gibt, sollten wir diesen Beschluss revidieren", hatte zuletzt Jürgen Hetzner (Linke) im Stadtrat bezüglich des zunächst für ein Jahr laufenden Vertrags gefordert. Immerhin habe sich der Wochenmarkt am Dienstag positiv entwickelt, entgegnet Schiel, die die Kooperation gern fortsetzen würde. Der Monatsmarkt dürfte jedoch auch künftig ein Problem darstellen.

Trotz allem bleibt der Tatendrang von Christian Vogel groß. Er hofft, dass der Motorradteilemarkt im September und der Markt für Vintage-Kleidung im Oktober mehr Anklang finden. Zudem soll das kleine Konzert am Samstag zumindest etwas gute Laune verbreiten.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.