Zum Geburtstag wird die eigene Hymne geschmettert

Die Freiwillige Feuerwehr Grießbach feiert ihr 80-jähriges Bestehen. Manches Mitglied war schon früh begeistert dabei.

Grießbach.

Zwei Tage lang wird der Jubilar gefeiert, der eigentlich erst ein paar Tage später 80 Jahre alt wird. Die Freiwillige Feuerwehr Grießbach wurde am 23. Oktober 1938 gegründet. 32 Mitglieder waren bei der Gründungsversammlung anwesend, heute gehen 31 Kameraden, darunter eine Frau, ihrem freiwilligen Dienst nach.

So wie in jedem Dorf war die Feuerwehr in Grießbach eine Institution, und sie ist es noch heute. Damit aufgewachsen ist auch Gerhard Weber. "Ich steckte ja fast nur bei der Feuerwehr", erinnert sich der Grießbacher, dessen Vater Helmut von 1947 bis 1961 Wehrleiter war. Da konnte und wollte sich der junge Gerhard gar nicht wehren, zumal es bereits ab 1960 in Grießbach eine eigene Pionierfeuerwehr gab. "Wir hatten ein bisschen Ausbildung, Kinderkombis trugen wir auch. An einen Holzkasten wurden Eisenräder angeschraubt, damit sind wir durchs Dorf gekracht", erinnert sich der 71-Jährige schmunzelnd. "Das hat gescheppert." Die Dynastie der Webers in der Grießbacher Wehr hat Gerhard Weber in den Jahren von 1972 bis 2006 als Wehrleiter fortgeführt.

Die Geschichte einer Feuerwehr ist immer auch die Geschichte ihrer Fahrzeuge. Ein DKW, von dem keine Fotos mehr existieren, war das Erste in Grießbach, 1953 folgte ein Opel Blitz, der vorher beim Volkspolizeikreisamt Chemnitz im Einsatz war. Das erste genormte Feuerwehrfahrzeug war ein GAZ-51, besser bekannt unter der Bezeichnung "Molotow". Dann kam ein Garant, gefolgt von einem LO, der noch 1989 angeschafft wurde. Die Neuzeit, was Fahrzeuge betrifft, hielt erst 1999 Einzug.

Zahlreiche Einsätze musste die Grießbacher Wehr in den vielen Jahren absolvieren. "Es gab Scheunen- und Küchenbrände, aber es hat auch mal ein Hühnerstall gebrannt", sagt Gerhard Weber. Häufiger musste die Wehr auch zur Deponie zwischen Grießbach und Venusberg ausrücken, auf der die Abfälle des Kreises Zschopau abgelagert wurden.

Uwe Müssig ist seit 2006 Wehrleiter, und er ist einer, der eigentlich keinen "Stallgeruch" hat, weder aus der Weberschen Linie stammt, noch die "Ochsentour" durch alle Abteilungen einer Feuerwehr absolviert hat. "Ich bin 1994 eingetreten und wurde gleich Jugendwart", erzählt der 58-Jährige, der der passenden Arbeit für einen Feuerwehrmann nachgeht: Er ist bei einem Hersteller von Feuerlöschern angestellt.

Wenn am Samstag die Festveranstaltung im Gasthof Grießbach stattfindet, geht das im Übrigen nicht ohne das Singen der eigenen Feuerwehrhymne ab, geschrieben von Helmut Weber. Dann schmettert der ganze Saal: "Wir sind die Wehrkameraden, sind allzeit hilfs- bereit ..."


Rauchmelder werden vorgeführt

Samstag

17.30 Uhr: Festveranstaltung für Mitglieder der Feuerwehr und des Feuerwehrvereins sowie geladene Gäste im Saal des Gasthofs. Kulturelle Umrahmung durch die Witzschdorfer Blaskapelle.

Sonntag

10 Uhr: Ehrung der verstorbenen Kameraden auf dem Friedhof Grießbach, Treffpunkt Gerätehaus.

11 Uhr: Imbiss

14 bis 17 Uhr: Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr mit Technikschau und Vorführungen der örtlichen Jugend- feuerwehr am Gerätehaus in Grießbach. Basteln, Kinderschminken, Handhabung der Kübelspritze, Bildergalerie und Videopräsenta- tion, Vorführung von Heimrauchmeldern.

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