Frankenberg prüft Parkkonzept noch mal

Zur Landesgartenschau bieten Großparkplätze mehr als 1400 Stellflächen. Damit die Altstadt nicht blockiert wird, gilt dort meist Parkuhr-Pflicht. Anwohner können davon ausgenommen werden. Doch nicht alle sind über die Details glücklich.

Frankenberg.

Über Einzelheiten des Parkraumkonzepts zur Landesgartenschau in Frankenberg sollen Stadtrat und Verwaltung noch einmal beraten. Das war die Botschaft von Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU), nachdem er und sein Beigeordneter Ralf- Peter Regner das erst nach zähem Ringen erarbeitete Konzept am Dienstagabend in der Aula des Martin-Luther-Gymnasiums vorgestellt hatten - und damit teilweise auf deutliche Kritik gestoßen waren.

Das Konzept soll gewährleisten, dass die Innenstadt für Kunden der Gewerbetreibenden oder Patienten der Arztpraxen erreichbar bleibt und dass Bewohner nahe ihren Wohnungen Parkplätze finden. Wenn die Besucher die ausgeschilderten Parkplätze vor den Toren der Stadt ansteuern, sollte das auch kein Problem sein. Der für die Gartenschau eingerichtete Großparkplatz an der Straße Am Damm, auch bekannt als Bauwiese, bietet Platz für 700 Autos. Wird es dort voll, greifen die Veranstalter auf eine oberhalb davon gelegene Wiese an der Mittweidaer Straße zurück. Die taugt zwar nur bei schönem Wetter, verfügt dann aber über mehr als die offiziell ausgewiesenen, weiteren 700Stellplätze. Für den üblichen Besucherverkehr reicht das völlig, so Regner. Die Erfahrung zeige, dass an Wochenenden je nach Wetter 2000 bis 6000 Besucher kommen. "80 Prozent davon kommen mit dem Pkw, sie bleiben drei bis vier Stunden, und im Durchschnitt sitzen 2,3 Insassen im Auto."

Allerdings liegen die Parkplätze etwas abseits, und wer sie nutzt, zahlt inklusive Shuttle-Bus zum Gelände zwei Euro. Doch zeigen alle Erfahrungen: Viele Gartenschau-Besucher dürften zunächst die Wegweiser ignorieren - und auf eigene Faust einen kostenlosen und näher am Gelände befindlichen Parkplatz suchen. Was das öffentliche Leben in der Stadt lahmlegen könnte.

Das Konzept der Stadt sieht demzufolge vor, auf einer Reihe von Straßen (einen Überblick liefert die Grafik) das Parken tagsüber zeitlich auf maximal zwei Stunden zu begrenzen. Die Parkuhr wird dort also Pflicht. Für Gartenschau-Besucher sind zwei Stunden zu kurz, zum Einkaufen in der Stadt aber ausreichend. Damit Bewohner auch länger parken können, gibt die Stadt Anwohnerparkausweise aus. Wer einen solchen Ausweis im Auto hinterlegt, ist von der Zeitbeschränkung ausgenommen. Zusätzliche Politessen sollen sichern, dass die Zwei-Stunden-Beschränkung auch eingehalten wird. "Das spricht sich herum", versicherte Bürgermeister Firmenich. Auch wenn es nicht darum gehe abzukassieren. Schließlich können Pendler und Gewerbetreibende Stellplätze mieten. Vielleicht sogar über die Schau hinaus.

Nicht alle Anwesenden überzeugte das Konzept restlos. So ärgerte sich ein Frankenberger, dass die Parkausweise 15 Euro an Gebühren kosten. Die Stadt richte die Schau aus - "und als Dankeschön dürfen wir bezahlen". Die Gebühr sei "moderat", entgegnete Firmenich. Eine Verwaltung sei gehalten, für alle Leistungen Gebühren zu erheben.

Andere Kritiker fragten, ob auch die Chemnitzer Straße zwischen Altenhainer und Töpferstraße mit ins Konzept aufgenommen werden könnte - zumal die Wohnungsgesellschaft Frankenberg vielen Nutzern eine Parkfläche gekündigt habe. Firmenich versprach, den Wunsch noch einmal zu prüfen. Allerdings hat in dem Fall, da es sich um eine Bundesstraße handelt, das Landratsamt das letzte Wort. Dazu nahm die Stadt Anregungen für weitere Parkflächen entgegen. Was dafür nicht infrage kommt, ist der Parkplatz der einstigen Aldi-Filiale am Klingbach. Ein Bauantrag zur Nutzungsänderung sei bereits gestellt, so Regner. Er rechne mit drei Monaten Bearbeitungszeit. Sowie die Genehmigung vorliege, würde es einen neuen Mieter geben. Abhilfe dagegen versprach die Verwaltung für die Freiberger Straße. Dort sei die Parkplatzsituation aufgrund der aktuellen Verkehrsführung problematisch, berichtete eine Anwohnerin. Firmenich sagte zu, dass sich der Stadtrat bald damit auseinandersetzen werde, auch wenn die Situation dort mit der Landesgartenschau nichts zu tun habe.

Für die Schau sieht Regner die Stadt gut aufgestellt. Auch wenn es Spitzenzeiten geben könne, für die die Kapazitäten nicht ausreichten. "Für 99 Prozent der 170 Tage sind wir gewappnet", sagte Regner. Falls sich an einzelnen Tagen jedoch 10.000 Menschen aufmachen oder bei einem Unfall die nahe Autobahn gesperrt werden müsse, könne der Verkehr schon mal zum Erliegen kommen, räumte er ein.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...