Für Sicherheit: 250 Unterschriften

Die Schulbergkreuzung ist ein Schulweg-Knoten. Deshalb wollen Eltern die Achtsamkeit bei den Autofahrern erhöhen, die hier besonders gefordert ist.

Flöha.

Eltern von Schülern der Friedrich-Schiller-Grundschule fordern zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Fußgänger an der sogenannten Schulbergkreuzung. In einer entsprechenden Petition mit mehr als 250 Unterschriften, die vorige Woche an Flöhas OB Volker Holuscha (Linke) übergeben wurde, schlagen die Elternvertreter ein gelbes Blinklicht vor, das Autofahrer beim Rechtsabbiegen von der Augustusburger Straße auf die Dresdner Straße in Richtung Oederan auf Fußgänger hinweisen soll.

Die Situation an der Schulbergkreuzung ist eigentlich nicht anders als an anderen Kreuzungen, an denen der Verkehr mit Ampeln geregelt wird. Wenn die Ampel für den Geradeaus- und Rechtsabbiegerverkehr auf Grün schaltet, bekommen auch die parallel dazu querenden Fußgänger Grün. Das erfordert beim Rechtsabbiegen die besondere Aufmerksamkeit der Autofahrer. Und trotzdem ist die Situation am Schulberg besonders. Weil hier mit der B 180 und der B 173 zwei Bundesstraßen aufeinandertreffen und weil sich unmittelbar an der Kreuzung der Friedrich-Schiller-Grundschule befindet, sodass die Fußgängerampeln zugleich Schulweg sind. Vor allem beim Rechtsabbiegen von der Augustusburger Straße bergauf zur Dresdner Straße in Richtung Oederan wird die Situation schnell brenzlig. Es gibt eine Rechtsabbiegerampel. Wenn die grün leuchtet, haben die Fußgänger Rot. Rechtsabbieger können fahren, ohne auf Fußgänger achten zu müssen. Mit dem Wechsel des Grün-Signals von der Rechtsabbiegerampel zur allgemeinen Ampel, bekommen auch die Fußgänger Grün für das Queren der Dresdner Straße - und die Rechtsabbieger müssen plötzlich auf die Fußgänger achten.

Wenke Espig, eine der Initiatorinnen der Eltern-Petition, hat mehrfach brenzlige Situationen beobachtet. Vor allem große und schwere Fahrzeuge wie Lkw oder Busse sind ein Problem. Die fahren mit dem Grünpfeil an, kommen aber bergauf nur langsam voran. Noch ehe die Lastwagen abgebogen sind, hat die Ampel umgeschaltet, und die Fußgänger haben plötzlich Grün. "Ich habe als Fußgängerin selbst schon Autofahrer mit Winken gestoppt", sagt Wenke Espig. Sie hat aber häufig auch schon Kinder am Straßenrand stehen sehen, die sich trotz Grün nicht über die Straße trauen, weil Autofahrer ungeniert oder gedankenlos abbiegen. Das Sicherheitsfachgeschäft Seidel und die Georgen-Apotheke haben als anliegende Unternehmen die Unterschriftensammlung unterstützt. Claudia Seidel kennt die Situation an der Kreuzung, ihr Sohn geht selbst täglich diesen Weg zur Schule.

Auch die Leiterin der Schiller-Grundschule, Ines Schick, unterstützt die Eltern-Petition. Die zum Schuljahresstart eingerichtete Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30Kilometer pro Stunde sei sehr positiv aufgenommen worden, sagt die Schulleiterin. Ein Achtungszeichen für die Rechtsabbieger an der Kreuzung hält sie als weitere Sicherheitsmaßnahme für sinnvoll.

Die Leiterin der städtischen Verkehrsbehörde, Katrin Jope, will sich mit dem für die Ampelanlage zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) über mögliche Maßnahmen abstimmen. Sie sagt, dass es in jüngster Vergangenheit keine Unfälle mit Fußgängern gegeben habe. Ein weiteres Rechtsabbieger-Blinklicht hält sie für unwahrscheinlich. "Dafür fehlen an dieser Anlage die technischen Möglichkeiten. Es müsste eine komplett neue Ampelanlage aufgestellt werden", sagt Katrin Jope. Die Stadt Flöha hatte beim Lasuv bereits wegen einer Blinkleuchte angefragt und eine Absage erhalten. Um die Sicht auf die Fußgänger zu verbessern sind zunächst die Werbetafeln im Kreuzungsbereich entfernt worden. Geprüft werden soll jetzt, ob die beiden Fahrspuren am Schulberg jeweils eine eigene Grünphase erhalten können. "Das muss letztlich im Lasuv entschieden werden", sagt Katrin Jope, die zu bedenken gibt, dass zwei getrennte Grünphasen am Schulberg erheblich längere Wartezeiten für die Fahrzeuge auf der Bundesstraße 173 zur Folge hätten.

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