Im Getzen-Wald wird um die "echte" WM-Krone gekämpft

Das Rodeo in Grießbach wird weiter aufgewertet. Nachdem 2019 in dem Drebacher Ortsteil der Sieger einer Weltserie gekürt wurde, soll 2021 die Krönung des ersten Hard-Enduro-Weltmeisters vollzogen werden.

Grießbach.

Etwas geahnt haben Falko Haase und Matthias Schubert schon. Aber erfahren hat es die Doppelspitze des Getzen-Rodeo-Vereins erst in der offiziellen Pressemitteilung, die der Motorradweltverband FIM kurz vorm Jahreswechsel verschickte. Darin wurde mitgeteilt, dass die World-Enduro-Super-Series (WESS) in FIM-Hard-Enduro-Championship umgetauft und damit nun auch offiziell zur Weltmeisterschaft erklärt wird. Somit wird am 29. und 30. Oktober in dem Drebacher Ortsteil der erste "echte" Hard-Enduro-Weltmeister gekrönt.

"Wir haben von den Verhandlungen zwischen WESS und FIM gehört. Dass es nun zu dieser Einigung gekommen ist, freut uns natürlich umso mehr", sagt Falko Haase. Die Zusage, dass 2021 der Endlauf der Serie wie vor zwei Jahren im Getzen-Wald ausgetragen wird, hatten die Grießbacher schon vorm Umzug unters Dach der FIM erhalten. Vor dem Finale im Erzgebirge gastiert die Hard-Enduro-WM 2021 in Portugal, Österreich, Italien, Rumänien, in den USA und in Spanien. Haase und seine Mitstreitern hoffen natürlich, dass sich die pandemiebedingten Einschränkungen soweit lockern, dass die neue Meisterschaft komplett ausgetragen werden kann.

"Hin und wieder bietet sich die Gelegenheit, etwas sehr Interessantes und Neues im Motorradsport zu tun", sagt FIM-Geschäftsführer Tony Skillington. "Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Meisterschaft in Zukunft ein sehr wichtiger Bestandteil des FIM-Kalenders sein wird. Ich freue mich sehr, dass wir endlich einen Vierjahresvertrag für die Förderung einer FIM-Hard-Enduro-Weltmeisterschaft unterzeichnet haben", so der Chief Executive Officer.

Winfried Kerschhaggl, der die Extrem-Enduro-Serie 2018 ins Leben gerufen hatte, sagt: "Nach einer unglaublich arbeitsreichen Zeit, in der die WESS aufgebaut und gestaltet wurde, zahlt sich die Arbeit letztendlich aus. Die letzten drei Jahre haben uns geholfen, die Anerkennung der FIM zu erlangen. Wir sind bereit, den nächsten Schritt als FIM Hard-Enduro-Weltmeisterschaft zu machen. Zusammen mit der FIM gehen wir mit Zuversicht und Begeisterung in das Jahr 2021 und freuen uns auf weitere spannende Rennen."

Falko Haase geht davon aus, dass dieser Schritt der Markenvielfalt in der neuen Meisterschaft guttun wird. "Da es nun um einen offiziellen WM-Titel geht, dürfte das Interesse der großen Teams gewachsen sein. Vielleicht schicken auch andere Marken ihren besten Fahrer, was die Serie und damit unsere Veranstaltung attraktiver machen würde."

Dass sich für die Grießbacher als Veranstalter des Rennens viel ändern wird, glaubt Falko Haase indes nicht. "Da WESS Ausrichter bleibt, arbeiten wir ja weiter mit den gleichen Leuten zusammen." Das erste Getzen-Rodeo mit zwei Dutzend Fahrern aus der Region fand 2006 vor 350 Zuschauern statt. Zur achten Auflage 2019 standen rund 20.000 Besucher dicht gedrängt an "Kümmelschuss", "Ofenrohr", "Brutzelrand" und "Getzenblech". 70 Fahrer aus 14 Ländern waren am Start.

Für die Stars der Hard-Enduro-Szene wie Manuel Lettenbichler, Jonny Walker, Graham Jarvis, Taddy Blazusiak, Alfredo Gomez oder Billy Bolt ist die extreme Rundenhatz im Getzen-Wald längst ein Pflichttermin. 2019 wurde das Getzen-Rodeo erstmals live übertragen - weltweit! Ein etwa 100-köpfiges Team des Senders Red Bull TV hatte insgesamt 18 Kameras an den spektakulärsten Streckenabschnitten postiert.

Der Motorradweltverband kann sich im Herbst also am besten eine Außenstelle im Erzgebirge einrichten. Im Oktober kommen die FIM-Funktionäre gleich zweimal in die Region. Denn drei Wochen vor dem Getzen-Rodeo mit dem FIM-Hard-Enduro-WM-Finale gastiert die FIM-Enduro-Weltmeisterschaft in Zschopau - vom 8. bis 10. Oktober.

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