Kartoffelernte wie zu Großvaters Zeiten

Obst und Gemüse gibt es im Supermarkt, beim Händler, Bauern. Wie was wächst und geerntet wird, ist Kindern auch auf dem Land nicht mehr wie selbstverständlich klar. 38 Schüler aus Leubsdorf haben es in Falkenau nun genau wissen wollen.

Falkenau/Leubsdorf.

Alles rund um das Thema "Kartoffeln" konnten die Drittklässler der Grundschule aus Leubsdorf diese Woche auf dem Ferienhof in Falkenau erfahren. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen sowie Hortnerinnen besuchten insgesamt 38 Kinder der Leubsdorfer Schule den Ferienhof, um sich dort einige Stunden mit den nahrhaften Knollen zu beschäftigen.

Bevor die Kinder aufs Feld durften, um dort Kartoffeln einzusammeln, erklärte ihnen Sabine Strohbach vom Ferienhof Falkenau viel Wissenswertes. Werner Vogel, den alle Kinder Opa Werner nennen durften, erntete anschließend mit einem Schleuderradroder Kartoffeln. Beim Kommando: "Ran an die Kartoffel" stürmten die acht- und neunjährigen Kinder, mit Eimern ausgerüstet, dann aufs Feld und sammelten fleißig die Knollen ein. "Das macht ja riesigen Spaß!", riefen zwei Jungen. "Wir haben das Thema 'Kartoffeln' mit den Kindern im Unterricht besprochen", erzählte Lehrerin Kerstin Krawietz. Sie war bereits vor einigen Jahren mit einer Grundschulklasse zu Besuch auf dem Ferienhof gewesen. "Die Theorie über den Kartoffelanbau und die Verarbeitung haben sie im Unterricht in der Schule erfahren. In der Praxis ist es für die Kinder aber noch einmal einprägsamer", so die Pädagogin.


"Ich habe gerade einen Kartoffelkäfer gefunden", sagte die neunjährige Laura und zeigte einigen Klassenkameraden den winzigen Käfer in ihrer Hand. Die anderen Kinder wetteiferten um die größten und skurrilsten Kartoffelformen, die sie fanden. Die gesammelten Werke wurden mit der Schubkarre zum angrenzenden Hof gebracht. Als Besonderheit zeigte Opa Werner den Schülern eine Kartoffelsorte, die ein Bekannter im letzten Jahr aus Pakistan mitgebracht hatte. "Ich habe einen Versuch gestartet und sieben kleine Kartoffeln im Frühjahr in die Erde gesetzt", sagte er. Der Versuch ist geglückt, die Ernte dieser neuen Sorte war erfolgreich, wie sich die Kinder überzeugen konnten. Nach dem Sammeln stand das Waschen der Knollen auf dem Programm. In einer Kartoffelwaschmaschine aus der Nachkriegszeit schleuderten die Kinder die Knollen sauber. Danach wurden sie von den Kindern geschält und gerieben, bevor Mitarbeiter des Hofes für alle Kinder leckeren Klitscherteig zubereiteten, der als Mittagessen serviert wurde.

"Wir bieten schon viele Jahre dieses Kartoffelprojekt an", sagt Sabine Strohbach vom Ferienhof Falkenau. Schulklassen können sich jedes Jahr bis April anmelden. Im Herbst erfahren sie beim Besuch auf dem Hof, wie man Kartoffeln früher geerntet hat, wie man sie verarbeitet, was der Kartoffelkäfer zwischen den Pflanzen macht und warum das sogenannte Franzosenkraut zwischen den Kartoffeln wächst. Die größten und skurrilsten Kartoffeln wurden übrigens nicht zu Klitscherteig verarbeitet: Aus ihnen haben die Jungen und Mädchen zum Schluss noch viele bunte Kartoffelmännchen gebastelt, die sie im Anschluss mit nach Hause nehmen durften.

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