Kupferrohre als Zeitzeugen

Für die Dachsanierung der Falkenauer Kirche musste das Turmkreuz für eine Weile weichen. Nun ist es wieder da - gefüllt mit besonderen Zeitdokumenten.

Falkenau.

Ein bisschen unscheinbar wirken die beiden Kupferrohre: 26 Zentimeter lang und sechs Zentimenter im Durchmesser. Viel spannender ist allerdings der Inhalt: Es sind Zeitdokumente, die ganz oben auf dem Turm der Kirche in Falkenau lagern werden.

Versteckt sind die beiden Zeitkapseln in der Kugel an der Turmbekrönung. Die erste wurde bereits 1994 dort angebracht und dokumentiert die Wende, die in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum feiert: Eine "Freie Presse" vom 4. Oktober 1989 oder auch ein Gemeindebrief sind dort zu finden.


Grund, weshalb die Zeitkapsel geöffnet wurde, ist die Sanierung des Kirchendachs. Dafür musste das Turmkreuz runter. Und weil auch das Jetzt dokumentiert werden sollte, hat Pfarrer Joachim Butter eine neue Zeitkapsel zusammengestellt. "Ich habe aktuelle Gemeindeblätter, eine aktuelle "Freie Presse", einen Satz Münzen und einen Gemeindebrief zu den aktuellen Bauarbeiten hineingelegt. Das bildet die Gegenwart gerade gut ab", sagte er.

Zum Aufsetzen des Turmkreuzes war am Montagnachmittag auch Publikum gekommen. Darunter der Falkenauer Ortsvorsteher Martin Müller, der sich über die neue Zeitkapsel freute. Daniel Ostmann und Frank Hempel verlöteten die Kapseln und brachten sie unter den interessierten Augen des Publikums in der Kugel des Turmkreuzes in luftiger Höhe ganz oben auf dem Kirchturm an.

Doch die neue Zeitkapsel von Pfarrer Butter bleibt nicht der einzige Höhepunkt in diesem Jahr. Für November ist schon ein neues Projekt in der Planung. "Im Herbst werden zwei neue Kirchenglocken aus Bronze gegossen und sollen im Mai geweiht werden", erzählt Superintendent Rainer Findeisen.

Im April wurde festgestellt, dass bei zwei Stahlglocken die Tragachsen (Joch) gerissen sind - eine Reparatur der 60 Jahre alten Glocken sei nur wenig sinnvoll gewesen, wie Pfarrer Butter berichtet. "Deshalb kommen zwei neue Bronzeglocken dazu, die eine bereits existierende Bronzeglocke unterstützen."

Für die Gemeinde ist die Anschaffung der Glocken ein finanzieller Kraftakt: 150.000 Euro Kosten stehen ins Haus, wovon die Landeskirche aber einen Teil trägt. Dennoch müssen 33.000 Euro selbst übernommen werden. Zuwendungen sind daher erwünscht, die Glocken seien schließlich Taktgeber des Tages und des dörflichen Lebens, wie es in einem Schreiben heißt, das von Pfarrer Butter ebenfalls in die aktuelle Zeitkapsel gelegt wurde.


Kirche Falkenau

Gebaut wurde die Falkenauer Kirche von 1953 bis 1955. Sie ist eine der

wenigen Kirchen, die während der DDR-Zeit entstanden. Immer wieder war sie ein Ort der Zusammenkunft, wo sich Menschen gegenseitig unterstützten. Zuletzt beim schweren Hochwasser im August 2002. (scso)

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