Landrat Vogel verteidigt Struktur der Landkreise

Kommunen im Erzgebirge könnten viele Aufgaben nicht allein bewältigen

Grünhainichen.

Die Forderung des Augustusburger Bürgermeisters Dirk Neubauer (SPD), die Landkreise abzuschaffen, um Kommunen in ihrer Handlungsfreiheit für die Bürger zu stärken, hat Kritik von Erzgebirgslandrat Frank Vogel (CDU) hervorgerufen. Im Betriebsausschuss des neuen Kreistages sagte er: "Na dann, liebe Bürgermeister, viel Spaß. Organisieren Sie mal den Öffentlichen Personennahverkehr, die Kultur, die Bildung, das Schulwesen, den Straßenbau ... für eine Region allein." Vogel könne noch hundert weitere Aufgaben aufzählen, die eine Landkreisverwaltung für Kommunen erledigt. "Populismus bringt gar nichts", sagte er und forderte inhaltliche Diskussionen der Probleme. Der Landrat hatte das Thema angeschnitten, weil Ausschussmitglieder - drei Viertel davon neu - erstaunt waren über die Vielzahl der Angebote im Bereich des Kul(T)our-Betriebs und des Kulturellen Bildungsbetriebs. Für beide Eigenbetriebe des Kreises stand in der Sitzung der Jahresabschluss 2018 sowie ein Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2019 auf der Tagesordnung. Demnach liegen beide Eigenbetriebe finanziell weitgehend im Plan, kämpfen aber mit Problemen. Zum Kul(T)our-Betrieb gehören mehrere Immobilien, bei deren Sanierung steigende Baupreise zu Buche schlagen. Der Kulturelle Bildungsbetrieb, zu dem Volkshochschule oder Kreismusikschule gehören, kämpft mit Personalengpässen.

Der Augustusburger Bürgermeister Dirk Neubauer hat in seinem am Montag erschienenen Buch "Das Problem sind wir" unter anderem mehr Gestaltungsspielraum und eine bessere Finanzausstattung für die Kommunen gefordert. Markus Desaga, Pressesprecher der Deutschen Verlagsanstalt, sagt, die Nachfrage nach dem Sachbuch sei sehr groß. Der Verlag drucke deshalb bereits die zweite Auflage. (alu/mbe)

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1Kommentare
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  • 4
    0
    Tauchsieder
    22.08.2019

    Warum überrascht einem so eine Antwort eines Landrats nicht - er hätte seinen Posten nicht mehr.
    Etwas schlecht reden, da sind die Inhaber einer höheren Besoldungsstufe Spitze. Wenn da einer versucht am Stuhl eines Amtsinhabers zu sägen wird man plötzlich munter. Da müssen Dinge zur Rechtfertigung herhalten, die eigentlich erst durch die Vielzahl der Amtsstuben entstanden sind. Diese schnelle Reaktion auf solche Forderungen wünschte man sich bei anderen Dingen auch. Da hat man aber eher den Eindruck das in den Amtsstuben nach dem Mikadoeffekt gehandelt wird - Wer sich bewegt hat verloren.



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