Mathe-Ass rechnet in der Freizeit nicht

Im Unterricht kurz nicht aufpassen und dennoch alles können: für viele ein Traum, für Johnny Ulbricht hingegen Realität.

Oederan.

Mathematik ist für viele Schüler und Erwachsene ein schwieriges Thema. Doch das gilt nicht für den zwölfjährigen Johnny Ulbricht von der Oederaner Oberschule: Er hat beim Landesausscheid der Mathematik-Olympiade den dritten Platz belegt. Der Sechstklässler schnitt beim Schulentscheid sowie bei der weiteren Runde in Augustusburg so gut ab, dass er zum Landesfinale nach Chemnitz eingeladen wurde. Als einziger der Oberschule nahm er teil. "Meine Lehrer haben mir empfohlen, bei der Schulrunde mitzumachen, und dann bin ich bis nach Chemnitz weitergekommen", so Ulbricht.

Als Dritter von 23 Teilnehmern der Klassenstufe 6 aus ganz Sachsen schloss er ab. Dabei seien die Anforderungen ziemlich einfach gewesen. "Das Schwierigste waren Aufgaben, bei denen man logisch denken musste, weil wir so etwas im Unterricht nur selten haben." In allen Runden des Wettbewerbs gab es Rechenübungen, bei denen er nicht wusste, wie er sie lösen sollte - "entweder, weil ich die Aufgabe nicht verstanden habe, oder weil wir das zu selten gelernt haben."


Obwohl er dem Mathematikunterricht sehr gut folgen kann, selbst wenn er kurz nicht aufpasst, wünscht sich der Sechstklässler keine Mathematik in der Freizeit. Ihm gefalle es, wenn er nicht auch nach der Schule noch zusätzlich lernen müsse, so Ulbricht. Auch auf die Frage, ob er sich mehr Wettbewerbe ähnlich der Mathematik-Olympiade wünsche, antwortet Johnny Ulbricht mit einem Kopfschütteln. "Mir reicht das so, wie es jetzt gerade ist. Da ist einmal im Jahr der Wettbewerb, und dann war es das erst einmal wieder."

Schon im vorigen Jahr belegte er in der Klassenstufe 5 den zweiten Platz in Augustusburg. Über das Klischee eines Mathematik-Genies, das die schulfreie Zeit mit Rechnen und Co. verbringt, kann Johnny nur lachen. "Mathematik ist nicht schwer, aber auch nicht mein Leben", gibt er bekannt. Seine Freizeit verbringt er lieber mit Radfahren, Videospielen oder Freunden.

Dennoch gibt er zu, dass er naturwissenschaftliche Fächer mehr mag als Sprachen. "Es ist jetzt auch nicht unbedingt schwer. Ich bin in Deutsch, Englisch und so weiter gut, aber Naturwissenschaften fallen mir leichter", so der Oberschüler.

Über das Abitur hat sich der Zwölfjährige auch schon Gedanken gemacht, dennoch ist er sich unsicher: "Ich möchte es von meinem Wunsch-Beruf abhängig machen. Je nachdem, ob ich dafür Abi brauche oder nicht, mache ich Abi oder nicht." Denn über das, was nach der Schule folgt, ist sich der Oederaner noch unschlüssig. Auf die Frage, was er später einmal machen möchte, antwortet er mit einem Schulterzucken. "Ich kann mir vorstellen, irgendwas in Richtung Mechanik zu machen. Ansonsten weiß ich es noch nicht. Aber mein Talent für Mathematik wird mir dabei später sicherlich helfen können."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...