Stadtwehrleiter: Vom Ehrenamt zum Job

Der Freistaat ermöglicht es Städten, ihren Wehrleiter fest einzustellen. Flöha will die Chance nutzen, die Voraussetzungen erfordert. Es geht auch um Geld.

Flöha.

Der Stadtwehrleiter in Flöha soll künftig hauptamtlich im Rathaus angestellt sein. Zwei Voraussetzungen sind dafür erforderlich. Erstens muss der Haushalt der Stadt diesen finanziellen Spielraum zulassen. Zweitens braucht die Stadt eine neue Feuerwehrsatzung. Der Entwurf dafür ist jetzt im Verwaltungsausschuss erstmals öffentlich vorgestellt worden, die neue Satzung soll nächste Woche vom Stadtrat beschlossen werden. Grundlage ist ein Musterexemplar des Freistaates, in dem die Möglichkeit einer hauptamtlichen Anstellung des Stadtwehrleiters verankert ist.

Bislang ist die Funktion des Stadtwehrleiters in Flöha ein Ehrenamt, das Matthias Richter, der Leiter der Ortswehr in Flöha ausübt. Richter wird sich zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Flöha, die voraussichtlich Ende Januar stattfinden wird, nicht wieder zur Wahl stellen. Die Flöhaer Ortsfeuerwehr braucht also einen neuen Leiter und die Stadt damit einen neuen Stadtwehrleiter. In der aktuellen Satzung ist es so geregelt, dass der Leiter der größeren der beiden Ortsfeuerwehren in Flöha und Falkenau automatisch die Funktion des Stadtwehrleiters einnimmt. Der zweite Ortswehrleiter ist sein Stellvertreter.

Sollte es künftig einen hauptamtlichen Stadtwehrleiter geben, der im Rathaus angestellt ist, müsste diese Stelle ausgeschrieben werden.

Hauptamtsleiter Martin Mrosek sagt, dass es zunehmend schwierig sei, Bewerber für den Posten des Stadtwehrleiters zu finden. Mit der Möglichkeit einer hauptamtlichen Anstellung soll die Aufgabe attraktiver gemacht werden. In den Ausschreibungskriterien müssen auf jeden Fall Feuerwehr-Erfahrung und fachliche Qualifikation verankert sein, so der Hauptamtsleiter. Fest stehe jedenfalls, dass auch mit einer neuen Satzung beide Ortsfeuerwehren in Flöha und Falkenau bestehen bleiben. "Anders würden wir die vorgeschriebenen Ausrückzeiten gar nicht schaffen", so Mrosek

Matthias Richter (60) möchte mit seinem Rückzug einen Generationswechsel an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Flöha ermöglichen, die gut 70 aktive Mitglieder zählt, eine Jugendfeuerwehr hat und künftig auch eine Kinderfeuerwehr für den jüngsten Nachwuchs haben soll. Matthias Richter ist seit 1976 Mitglied der Flöhaer Wehr und leitet sie seit 2016. Weil die Feuerwache in Flöha nach der Kreisreform 1994 zur Außenstelle des Feuerwehrtechnischen Zentrums wurde, ist er beim Landkreis angestellt. Er begrüßt die Möglichkeit einer hauptamtlichen Stelle für den Stadtwehrleiter. Denn diese Aufgabe sei im Ehrenamt kaum zu bewältigen.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.