"Unsere spannende Geschichte sagt uns, wo wir herkommen"

Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer verbindet mit dem Kurfürstin-Anna-Garten viele Hoffnungen

Augustusburg.

Der Kurfürstin-Anna-Garten wird am Wochenende in Augustusburg mit einem Naturmarkt eröffnet. Bereits seit November 2018 ist der Weg durch den neu angelegten Garten unterhalb des Schlosses direkt von der historischen Altstadt begehbar. Unwegsames Gelände wurde im vergangenen Jahr freigelegt und völlig neu gestaltet. Sitzmöglichkeiten rund um angelegte Kräuterbeete laden zum Verweilen ein. Claudia Dohle hat mit Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD) darüber gesprochen.

Freie Presse: Was ist das Besondere am Weg?


Dirk Neubauer: Er schließt die Lücke im Rundweg um das Schloss und bietet einen einzigartigen Weitblick. Und zudem erinnern wir daran, dass es mit Anna von Sachsen neben dem Fürsten eine starke Frau gab, die als die erste Apothekerin Deutschlands gilt, weil sie in Sachen Kräuterheilkunde weit vorn war. Kaum jemand weiß, dass der Fürst sich der Kultivierung von Obst als Grundlage für eine gesunde Ernährung verschrieben hat. Dies wollen wir hier erlebbar machen, denn wir denken, dass wir sehr viel mehr über das Fürstenpaar erzählen müssen, als wir es derzeit tun. Er war ein wichtiger Regent, der wegweisend regiert hat. Ich würde mir wünschen, dass auch das Schloss selbst hier mehr tun würde. Unsere Geschichte ist spannend und sagt uns, wo wir herkommen. Nicht ganz unwichtig in heutiger Zeit.

Was hat die neue Anlage gekostet? Welche Zuschüsse gab es?

Wir haben rund 260.000 Euro investiert. 85 Prozent davon, also rund 230.000 Euro, kamen aus dem Programm der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". Geplant wurde dies vom IBB Chemnitz gemeinsam mit der Stadt, umgesetzt hat das Ganze die Firma Steinbach und Richter aus Lichtenau.

Erwartet die Stadt nun Touristenströme durch die Altstadt?

Wir merken schon jetzt, dass viele Besucher den Weg auf dem Rückweg vom Schloss benutzen und damit auch den Weg in die Stadt finden. Mit der nun anstehenden Entwicklung des Lehngerichtes und dem Marktumbau und den vielen Dingen, die wir noch geplant haben, wollen wir zeigen, dass es neben dem Schloss auch noch eine geschichtsträchtige Altstadt gibt, die etwas zu bieten hat. Hier werden wir in den kommenden Jahren noch einiges mehr machen. Auch die massive Unterstützung des Musiksommers durch die Stadt ist Teil dieser Attraktivitätskampagne.

Ist dies auch die ursprüngliche Idee für die ersten Gedanken gewesen, wie man mehr Touristen in die Altstadt holen kann?

Ja, natürlich. Ohne die Veränderung der Laufwege brauchen wir nicht auf eine Besserung der Lage der Altstadt zu hoffen. Das ist ein erster Schritt. Derzeit haben wir berechtigte Hoffnung, das nach langem Bitten meinerseits auch die Haupterschließung des Schlosses wieder durch die Altstadt erfolgen soll. Bedeutet: Die Besucher sollen wieder durch die Altstadt geführt werden. Ein entsprechendes Konzept ist derzeit in Arbeit, und ich habe Hoffnung, dass dies gemeinsam mit dem Freistaat auch Umsetzung findet. Parallel arbeiten wir an einem Konzept für eine Kleinbuslösung im Pendelverkehr zwischen den Parkplätzen unterhalb der Stadt und dem Schloss.

Wie geht es weiter? Wer betreut die Anlage, wer kümmert sich beispielsweise um die Kräuter?

Wir haben einen Stadtgärtner eingestellt, der die Anlage betreut und sich auch um die Bepflanzungen auf dem Markt kümmern soll. Perspektivisch werden wir mit den Kräutern als Basis weitere Angebote entwickeln. Da sind wir derzeit dran. Kräuterkurse und Führungen sollen ein Teil davon werden.

Am Sonntag findet ein Bürgerfrühstück statt. Ist es nur für die Augustusburger oder können auch Besucher am Frühstückstisch Platz nehmen?

Natürlich wollen wir mit unseren Bürgern zusammen frühstücken. Das haben wir vor zwei Jahren schon einmal gemacht, und es war ein Riesenerfolg. Ich denke, wir werden niemanden wegschicken, solange es für die Freiwilligen vor Ort machbar bleibt. Eine Spende im Gegenzug ist sehr willkommen, denn das alles ist ehrenamtlich organisiert und von Spenden getragen. Das Frühstück findet im Bürgersaal des Stadthauses statt.

Neben dem Naturmarkt an beiden Tagen wird am Sonntag auch der Maibaum aufgestellt. Wo finden diese Aktionen statt?

Der Naturmarkt und das Maibaumsetzen finden auf dem Markt statt. Deshalb haben wir die Innenstadt innerhalb der Veranstaltungszeiten verkehrsberuhigt, wie beim Stadtfest vor zwei Jahren. cdo

Der Kurfürstin-Anna-Garten ist am Sonnabend von 11 bis 18 Uhr mit einem Naturmarkt in der Altstadt verbunden. 15 Uhr erfolgt die offizielle Eröffnung, 17 Uhr gibt es ein Konzert "Frühlingsstimmen" im Musikkabinett am Markt.

Das Bürgerfrühstück findet am Sonntag von 9 bis 12 Uhr im Bürgersaal statt. Eingeladen sind alle Bürger und Gäste zu einem gemeinsamen Frühstück. Eine Spende für das Frühstück ist gern gesehen. Die Erzieher der Augustusburger Kita "Spatzennest" kümmern sich um die Betreuung der Kinder. 10 bis 17 Uhr: Naturmarkt, 10 bis 17 Uhr: zu jeder vollen Stunde Kräuterführungen durch den Kurfürstin-Anna-Garten, 11 Uhr Maibaumsetzen am Markt.

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