Von Lieblingsstücken und Raritäten

Beim 29. Oldtimertreffen im Schloss Augustusburg stehen Polski-Fiat, Skoda und auch Moskwitsch brav in einer Reihe. Das Publikum ist begeistert.

Augustusburg.

Das Oldtimertreffen zum gestrigen Tag der Deutschen Einheit im Schloss Augustusburg hat seinen festen Platz in den Terminkalendern der Freunde der gepflegten Zweiradtechnik und der Anhänger historischer Fahrzeuge. Deshalb ließen sich die PS-Fans auch bei Regenwetter und kühlen Temperaturen nicht davon abhalten, bei der 29. Auflage ihre Schmuckstücke auf den großen Hof des historischen Bauwerks zu chauffieren, um sie einer breiten Gäste-Masse zu zeigen und mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen.

Heike Opitz von der Schlossverwaltung Augustusburg hatte am Morgen gehofft, dass 400 Teilnehmer den Weg auf den Berg finden würden. Und ihr Wunsch ging in Erfüllung. Kurz nach 11 Uhr konnten die Verantwortlichen am Einlass verkünden, dass diese Marke geknackt wurde. Und das deutlich. Die Fahrzeugpalette war riesengroß und beinhaltete nicht nur viele Motorräder, sondern auch Pkw, wie zum Beispiel den Moskwitsch 403 der in den 1960er-Jahren in Moskau vom Band lief sowie den Skoda 110 R. Diese Coupé-Ausführung wurde zwischen 1970 und 1976 in der damaligen Tschechoslowakei produziert und fand nur sehr sparsam den Weg in die DDR. Es sollen nur 400 Exemplare gewesen sein, die über die Grenze transportiert und zugelassen wurden.

Ein Familienvater aus dem Altkreis Mittweida kam mit dem Sohn als Beifahrer im Polski-Fiat 125 p auf den Schlosshof gerollt. Er hatte das Fahrzeug mit Baujahr 1977 von einem älteren Herren erworben. "Wir haben viel daran gearbeitet und gebastelt, neu aufgebaut ist er aber nicht. Der Fiat wurde damals in der Farbe tabakbraun verkauft, die noch heute auf der Karosse aufgebracht ist", sagte der Oldtimerbesitzer.

Begrüßt wurden die Gäste von Geschäftsführerin der Schlossbetriebe gGmbH, Patricia Meyn und Thomas Georgiew. "Ich habe bei den Treffen das Mikrofon seit mehr als 20 Jahren in der Hand. Die Resonanz zeigt, dass diese Veranstaltung nach wie vor einen hohen Stellenwert besitzt", sagte Georgiew, den Musikfans auch als Mitglied der Augustusburger Band Kactus kennen.


Keine "Schwalbe"

Auch viele Zweiräder wurden im Hof präsentiert - zugelassen waren sie ab Baujahr 1971: Dass zu DDR-Zeiten die Gemeindeschwester Agnes mit einen Moped "Schwalbe" zu ihren Patienten fuhr, ist aus dem Fernsehen bekannt. Eher ungewöhnlich dürfte es hingegen gewesen sein, das der Frauenarzt mit einem MZ-Gespann anreiste. Jedenfalls stellte diese These ein Teilnehmer des Oldtimertreffens auf Schloss Augustusburg auf. (kbe)


Keine Notlösung

Die Micha Winklers Hot-Jazz-Band, aus Dresden angereist, sorgte für gute Unterhaltung. Doch das Wetter mit Regen und kühlen Temperaturen zwang die Musiker, nicht nur musikalisch zu improvisieren: Statt auf der Bühne im Schlosshof aufzutreten, musizierte die Band im Vorraum der Schlosskasse. Die Musik wurde in den Hof übertragen. "... weil sonst die Instrumente nass und die Finger steif werden", so der Chef. (kbe)


Kein Schrotthaufen

Rick Organiska kam mit dem Moped vom Typ Star, Teil der sogenannten "Vogel-Serie", die einst in Suhl produziert wurde, nach Augustusburg. "Ich habe gemeinsam mit meinem Opa das Moped restauriert. Wir hatten viel zu tun. Als wir es kauften, war es eigentlich nur noch ein Schrotthaufen", sagte 18-Jährige. Der angehende Kfz-Mechatroniker hatte sich von Brand-Erbisdorf aus auf die Reise gemacht, benötigte dafür rund 45 Minuten. (kbe)

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