Gemächlich tuckert es in Sohra

Mein Bobritzsch: Mit Liebe, Leidenschaft und Können kümmert sich in Sohra ein Verein um alte Landwirtschaftstechnik.

Bobritzsch-Hilbersdorf/Sohra.

Fast schon ein wenig wie aus der Zeit gefallen, so kommt einem Sohra, ein Ortsteil der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf, vor. Hier ist Idylle pur. Schmucke Häuser und Gehöfte sind entlang der Straße aufgereiht, und man hat das Gefühl, als wäre man in der guten alten Zeit gelandet. Man würde sich nicht wundern, wenn gerade jetzt ein uralter Traktor um die Ecke käme, der glücklich knatternd und qualmend genau ins Bild passt.

Spannend ist, dass einem in Sohra genau das passieren kann. Das liegt unter anderem an dem Alttechnikverein, in dem sich momentan 13 Mitglieder zusammenfinden, denen eines gemeinsam ist, nämlich die Leidenschaft für alte Motoren.

Otmar Wießner ist einer von ihnen, und sein Sohn Rico ebenfalls. Wießner Senior ist, neben Hubert Butze, derjenige, auf den die Gründung des Vereins letztlich zurück geht. Mit Butze teilte er schon frühzeitig die Begeisterung für landwirtschaftliche Oldtimer. "Mit dem Kramer hat alles angefangen", sagt Otmar Wießner. Der Kramer, das ist sein kleiner Traktor, Baujahr 1939, 20 PS unter der Haube. Man sieht ihm an, wie viel Geschick und Liebe in ihn investiert wurde. "Seit drei Generationen ist der in unserem Besitz", ergänzt Rico Wießner, der selbst auf einem Fendt GT 225 von 1963 Platz genommen hat. Den hat er vor zehn Jahren erstanden, als in Colmnitz eine Scheune aufgelöst wurde.

"An dem Fendt war eigentlich alles top", so der junge Wießner. "Nur die Elektrik habe ich neu gemacht und auch den Antrieb vom Mähbalken." Mit dem kürzt er regelmäßig den heimischen Rasen. Sonst jedoch ist das Fahrzeug nur noch zum Bestaunen und zum Spaß da. Hin und wieder wird ein Hänger daran gekoppelt, mit Fahrgästen geladen und dann geht es eine Runde durch das Dorf. Der Kramer K18 seines Vaters und auch der Deutz 4006 aus den 1970ern, der noch zur kleinen Sammlung gehört, haben lediglich noch Repräsentationsaufgaben.

Die Idee mit dem Alttechnikverein Sohra geht bis ins Jahr 2002 zurück. Offiziell trat man aber erst vier Jahre später ans Licht der Öffentlichkeit. Angefangen hatte alles mit einem Fest auf der Fläche gleich neben dem heutigen Bürgerhaus. Dort war kurz zuvor eine alte Schmiede abgerissen worden. Heute ist dort der Parkplatz. Doch das erste Alttechniktreffen zog die Leute an, weshalb man immer wieder die Gelegenheiten nutzt, um das Hobby vorzuzeigen. Die nächste hätte beim Festwochenende in Niederbobritzsch sein sollen.

Beim Bobritzschtaltreffen, welches Teil der Feiern ist, wäre man herangetuckert und hätte wohl bei vielen Generationen für leuchtende Augen gesorgt. Das Fest ist nun auf nächstes Jahr verlegt worden, weshalb man sich nun auf 2021 freut. Danach gibt es erst wieder zu Himmelfahrt 2022 einen Anlass, zu dem alle Alttechniker ihre Schätze aus den Garagen holen. Im Rahmen des Jubiläums der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr ist dann wieder ein Treffen der alten Traktoren und Lastfahrzeuge geplant.

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