Winter bringt Region ins Schwitzen

Schnee und Glätte sorgten gestern nicht nur für Staus und Sperrungen. Zahlreiche Schulen sind noch heute geschlossen.

Freiberg.

Vereiste Straßen, zugeschneite Gehwege und teils massive Verkehrsbehinderungen prägten gestern auch das Bild in Freiberg und in Mittelsachsen, der Winterdienst war im Akkord im Einsatz. Straßen wurden wegen heruntergefallener Äste oder gestürzter Bäume gesperrt, Lkw steckten fest.

Winterdienst im Mehrschichtdienst: Seit der Nacht zum Mittwoch waren auf den Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Landkreis 50 Fahrzeuge der Kreisstraßenmeistereien unterwegs. Im Einsatz waren über 100 eigene Mitarbeiter und Angestellte von Fremdfirmen. "Die Glättegefahr ist durch die Temperaturen und den anhaltenden Schneefall sehr groß", warnte Dirk Schlimper vom Landratsamt. Rund 94 Tonnen Streusalz seien auf die Straßen gebracht worden.

"Seit 3 Uhr heute Morgen ist der Winterdienst voll im Einsatz", erklärte auch der Freiberger Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) gestern im Pressegespräch. In zwei Schichten beräumten von 3 bis 20Uhr vier große Lkw, zwei Traktoren, ein Kleintraktor sowie 17 Arbeitskräfte die Straßen, wie das Rathaus mitteilte. Jede Straße ist in Freiberg einer Kategorie zugeordnet, je nachdem, wie viel sie befahren wird. Das bedeutet, dass wichtige Hauptverkehrswege zuerst von Schnee und Eis befreit werden.

Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr: Es klemmte auf vielen mittelsächsischen Straßen. Auf der Dresdner Straße zwischen Flöha und Freiberg etwa kam es am Ortsausgang Richtung Falkenau bereits ab gegen 9Uhr zu Staus, da Lkw am Straßenrand liegen geblieben waren. Seit etwa 10 Uhr hatte es Sperrungen auf der S 237 zwischen Eppendorf und Hammerleubsdorf wegen umgestürzter Bäume gegeben. Die Kreisstraße zwischen Hammerleubsdorf wurde ab 16 Uhr abgeriegelt. Lkw blockierten Strecken, darunter auf der B 101 zwischen Großschirma und Freiberg sowie auf der B 173 Falkenau-Oederan.

Insgesamt sei die Feuerwehr aber nicht zu wesentlich mehr Einsätzen ausgerückt, als an anderen Tagen, hieß es gegen 17 Uhr aus der Chemnitzer Leitstelle, die auch für Mittelsachsen zuständig ist. Schnee und Staus führten jedoch dazu, dass die Rettungs- und Räumfahrzeuge deutlich länger zu ihren Einsatzorten brauchten. Deutlich länger waren auch Krankentransporte unterwegs. Die Fahrer schoben zumeist freiwillig zahlreiche Überstunden, um zu helfen, so die Leitstelle. Auch Zugfahrgäste mussten Geduld mitbringen: Der Bahnverkehr auf der Strecke Chemnitz-Dresden war ab Nachmittag gestört, wie die Mitteldeutsche Regiobahn bestätigte.

Schülerverkehr nicht durchgehend: Kreissprecher André Kaiser meldete vor allem im südlichen Kreisgebiet des Landkreises Verzögerungen im Nah- und Schulbusverkehr. "Es kann zu erheblichen Verspätungen kommen", so Abteilungsleiter Thomas Kranz. Auch für heute kündigte die Behörde an, dass die Schülerbeförderung im südlichen Kreisgebiet voraussichtlich nicht umfänglich zu gewährleisten ist. "Die Schulen entscheiden individuell, ob Unterricht stattfindet. Das Gymnasium Brand-Erbisdorf bleibt beispielsweise geschlossen, bietet aber für alle Schüler, die nicht zu Hause bleiben können, eine Notbetreuung an", so die Referatsleiterin Bildung, Carmen Randhahn-Renner.

Ansturm in der Notaufnahme: Mit mehr Patienten wegen Glätteunfällen hatte die Notaufnahme des Freiberger Kreiskrankenhauses gestern zu tun. Gegen Nachmittag seien alle acht Behandlungszimmer durchgängig belegt gewesen. "Wir haben zwischen einem Viertel und der Hälfte mehr Patienten als sonst zu versorgen gehabt", sagte Andreas Fichtner, Leiter der Notaufnahme auf Nachfrage. Zahlreiche Patienten seien etwa mit Prellungen, Stauchungen, Knochenbrüchen, einige mit Kopfverletzungen in die Notaufnahme gekommen. Stürze und Auffahrunfälle gehörten zu den häufigsten Ursachen.

Gehwege und Stadtgebiet unter Schneedecke: Besonders in den umliegenden Ortschaften von Freiberg waren zahlreiche Anwohner mit Schneeschaufeln unterwegs, um die Gehwege vor ihren Häusern freizuschaufeln. Das Ordnungsamt wies nochmals darauf hin, dass die Beräumung der Gehwege in der Pflicht der Grundstückseigentümer liegt. Zusätzlich beräumten die städtischen Hausmeister Fußwege und Zugänge zu öffentlichen Einrichtungen sowie, wenn erforderlich, Flachdächer. Falls erforderlich, ist die Stadt darauf vorbereitet, den Schnee abzutransportieren. Der Freiberger Tierpark ist für Besucher geschlossen. Auf dem Gelände herrscht Bruchgefahr. Zudem sind die Gehege teilweise nicht zugänglich. Für die Mitarbeiter steht die Versorgung der Tiere an erster Stelle, hieß es. Wann der Tierpark wieder öffnen kann, hängt von der Witterung der kommenden Tage ab.

Waldbesuche gefährlich: Das Rathaus warnte vor Waldbesuchen: "Im Kommunalwald Freiberg kann es zu akutem Schneebruch kommen, es könnten auch Bäume umstürzen!" Erhöhte Aufmerksamkeit ist auch in öffentlichen Park- und Grünanlagen notwendig. Bürger werden gebeten, solche Bereiche zu meiden.

Wochenmarkt fällt aus: Wegen der Witterung und zahlreicher Absagen von Händlern fällt der Donnerstagsmarkt in Freiberg heute aus.

Schulen Folgende Einrichtungen im Raum Freiberg sind heute nach Angaben der Stadtverwaltungen geschlossen (Auswahl): Grundschule Agricola vorerst heute, Notbetreuung im Hort, GS Körner kein Unterricht, aber offen, GS Winkler Unterricht bis 3. Stunde. anschließend Hort, OS Ohain vorerst heute geschlossen, OS Winkler vorerst heute geschlossen, OS Zetkin vorerst morgen geschlossen, FÖZ heute geschlossen, Freitag verkürzter Unterricht, Eltern sollen entscheiden, Förderschule Albert-Schweitzer Do und Fr geschlossen, aber Notbetreuung, Schollgymnasium vorerst heute geschlossen. Weitere Infos auf der heutigen Titelseite und unter www.freiepresse.de

Zu den Verkehrsmeldungen

Bilder: Winter in Sachsen

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...