Blockchain könnte bald im Alltag angewendet werden

Zwei Tage lang haben Finanzexperten und Informatiker in Mittweida und Niederwiesa über die Technologie gesprochen. Mit welchem Ergebnis?

Mittweida/Niederwiesa.

Wer heutzutage Geld ins Ausland überweist, muss damit rechnen, dass es mitunter mehrere Tage dauert, bis es ankommt. Das soll sich in Zukunft ändern, sagt Leonhard Zintl, Vorstand der Volksbank Mittweida. "Mittels der Technologie Blockchain werden Überweisungen ins Ausland wesentlich schneller abgewickelt werden können, und das auch noch kostengünstiger", so Zintl.

Die Volksbank Mittweida hatte zusammen mit der Akademie Deutscher Genossenschaften in Mittweida gestern und vorgestern zu einem Blockchain-Forum in Mittweida und Niederwiesa eingeladen. Rund 60 Teilnehmer - davon etwa 50 aus dem Finanzsektor - waren gekommen. Die Datenbank Blockchain macht es laut Andreas Ittner, Informatikprofessor an der Hochschule Mittweida, möglich, Werthaltiges wie digitales Geld, Anteile und Lizenzen im Original zu verschicken.


Wann der Auslandszahlungsverkehr dank Blockchain schneller vonstatten gehen wird, darauf will sich Leonhard Zintl von der Volksbank Mittweida nicht festlegen. "In den nächsten zwei, drei Jahren wird das wohl noch nicht möglich sein", sagt er. Parallel zur Überweisung mittels der neuen Technologie werde es dann aber auch die Überweisung nach dem altbekannten Prinzip weiterhin geben. Zintl sieht noch andere Möglichkeiten, wie Blockchain zum Einsatz kommen könnte: bei Konten für Mietkautionen etwa oder bei der papierfreien Dokumentation von Geschäften im Import- beziehungsweise Exportbereich. "Im Moment sind wir dabei, einfache Anwendungsmöglichkeiten zu suchen", sagte Zintl. Die Volksbank Mittweida sehe sich in Sachen Blockchain in einer Vorreiterrolle. Das Forum, bei dem es einen regen Austausch gegeben habe, wolle man in etwa einem Jahr wiederholen. Auch für Hochschulprofessor Andreas Ittner war es ein Erfolg: "Ich denke, dass auch die Blockchain-Novizen unter den Gästen jetzt mehr Verständnis für das Thema haben." Er hoffe auf mehr konkrete Projekte in der Zukunft. Im besten Falle, so Zintl, könnten sich dank Blockchain sogar neue Arbeitsplätze in der Region ergeben.

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