Forst-Experte warnt vor Gefahren

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Diesen Monat sollen im Wald "Der Boden" bei Auerswalde Forstarbeiten beginnen. Diese erfordern jedoch auch einige Maßnahmen zum Schutz der Flächen vor ungewollter Beschädigung.

Auerswalde.

1901 haben Waldarbeiter einen sich über 4,6 Hektar erstreckenden Fichtenwald angelegt, nachdem der vorher dort wachsene Wald eingeschlagen worden war. Nun, 120 Jahre später, zeigt sich, dass die Fichten in den immer häufiger vorkommenden Trockenzeiten im Frühjahr oder sogar im gesamten Jahr nicht ausreichend Widerstandskraft gegen den Wassermangel haben. So lautet eine Feststellung des Forstrevierleiters Ullrich Göthel vom Staatsbetrieb Sachsenforst.

Seit mehreren Jahren, so die Erfahrung aus der Fortsbewirtschaftung, fressen sich nun immer wieder Borkenkäfer wie der Buchdrucker unter die Rinde geschwächter Bäume. Sie bringen sie dadurch zum Absterben. Derzeit finden sich nach Auskunft von Göthel hauptsächlich im Teil auf dem ebenen Schwemmkegel am Fluss Chemnitz große Vorkommen von mit Borkenkäfern besiedelten alte Fichten. Um einem weiteren starken Befall der Bäume vorzubeugen und damit angrenzende Fichtenwälder im umgebenden Waldgebiet auch auf Wittgensdorfer Seite nicht zu gefährden, sollen diese Fichten nach Angaben des Forstrevierleiters jetzt gefällt werden.

An Stelle dieses Fichtenwaldes soll laut Göthel ein Laub-Mischwald aus Linden, Stieleichen, Hainbuchen, Vogelkirschen und Flatterulmen angelegt werden. Dazu komme die natürliche Verjüngung der sich aussamenden Bergahorne, Eschen, Erlen, Weiden, Birken und Ebereschen aus der Nachbarschaft.

Die Holzeinschlagsarbeit übernimmt ein regionales Forstunternehmen mit entsprechender Technik zum Aufarbeiten und Transport des anfallenden Holzes, erklärt der Forstrevierleiter. Dabei sind allerdings, so informiert der Fachmann weiter, einige Vorgaben zu beachten. Zum Beispiel ist das Befahren der Waldflächen nur auf ausgewiesenen Maschinenwegen und Holzlagerplätzen erlaubt. Das Befahren der Maschinenwege ist wiederum nur nach Anlage einer Reisigmatte aus dem anfallenden Kronenmaterial zulässig.

In nässegefährdeten Bereichen müssen auf den Rädern der Holzerntemaschinen kettenähnliche Bänder zur Minderung des Bodendrucks vorhanden sein. Zudem ist gefordert, Tot- und Restholz im Wald zu lassen, erklärt der Forstrevierleiter. Dies diene der aktiven Erweiterung des Lebensraumes Totholz, um die an diesen Lebensraum angepassten Tiere, Pilze und Pflanzen zu unterstützen.

Zu weiteren Forderungen gehört, nach dem Holztransport zum Holzlagerplatz die Wegeoberfläche wiederherzustellen, um eine übermäßige Verschlammung und Beeinträchtigung durch Reisig zu vermeiden. Während des Holzeinschlags wird es zu zeitlich begrenzten Sperrungen (siehe Grafik) auch für den Freizeit- und Erholungsbereich kommen. Die deswegen angebrachten Hinweisschilder, die das Betreten der Flächen wegen Holzeinschlags verbieten, müssen laut Göthel unbedingt respektiert werden. Wie der Experte erklärt, hat beispielsweise ein Baum von 35 Metern Höhe einen Gefahrenbereich von 70 Metern um seinen Standpunkt, da er im Fallen auch weitere Bäume umstoßen oder Äste durch die Luft schleudern könne, was zu tödlichen Verletzungen führen könne.

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