Gemeinde Rossau brechen Steuern weg

Auch fehlende Kita-Gebühren reißen Löcher in den Etat

Rossau.

Die Coronakrise belastet den Haushalt der Gemeinde Rossau. Schon jetzt würden 128.000 Euro allein bei den Erträgen aus Steuerzahlungen fehlen, weil diese ausgesetzt wurden, sagte Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Zudem gingen fast täglich weitere Schreiben von Steuerbüros ein. Deshalb vermute er, dass sich die Summe des Fehlbetrags noch erhöhen wird. "Ich schätze, wir müssen unsere Erwartung um 200.000 Euro reduzieren", sagte er. Wie diese Summe und weitere Ertragseinbußen kompensiert werden können, soll deshalb im Juni im Gemeinderat Thema sein, kündigte er an.

Eine weitere Lücke in den Etat reißt zudem die ausgefallene Kinderbetreuung in den Einrichtungen der Kommune. Der Gemeinderat hatte mehrheitlich dafür gestimmt, von den Eltern kein Geld für die nicht erbrachten Leistungen in Kita und Hort zu verlangen. Die Gemeinde erhebt nach dieser Entscheidung erst ab 1. Juni, also in diesem Monat, wieder die Elternbeiträge für alle Kinder. Die letzten beiden Maiwochen sind zum Ausgleich für die in der zweiten Märzhälfte ausgefallene Betreuung gratis. Wer seine Kinder schon früher wieder in die Einrichtungen bringen durfte, hat bereits ab 1. Mai wieder die Beiträge gezahlt.

Kosten könne die Kommune in den Kindereinrichtungen laut Gottwald nicht einsparen. Im Gegenteil: Durch die Hygienevorschriften würden sogar zusätzliche Ausgaben entstehen. Zudem sei mehr Personal gebunden, weil beispielsweise Gruppen im Früh- und Spätdienst nicht zusammengelegt werden dürfen, erläuterte der Bürgermeister weiter.

Im Rossauer Etat gibt es vorerst jedoch kaum Luft für Verschiebungen auf der Ertrags- und Aufwandseite. Die Gemeinde hat in diesem Jahr mit Einnahmen von knapp 5,4 Millionen Euro gerechnet. In dieser Summe sind laut Kämmerei allein rund eine Million Euro aus Gewerbesteuereinnahmen enthalten. Dem stehen geplante Ausgaben von rund 5,7 Millionen Euro gegenüber. Den Differenzbetrag wollte Rossau durch Geld aus der Rücklage decken. Etwa 1,1 Millionen Euro sollten in diesem Jahr in Investitionsvorhaben fließen.

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