Mit Know-How über die Gartenschau

Für Anselm Bohley ist Frankenberg die dritte Landesgartenschau nach Oschatz und Großenhain, auf welcher er die Planung übernehmen darf. Doch eine Sache gefällt ihm nicht.

Frankenberg.

Mit über 200 verschiedenen Tulpensorten, mehr als 70 verschiedenen Arten an Sommerblumen und 15 verschiedenartigen Stauden lädt der Frühjahrsflor die Gäste der Landesgartenschau zum Bestaunen der Blütenpracht ein.

Um interessierten Besuchern einen Überblick über die verschiedenen Gewächse und die Anordnung zu bieten, gab es am Sonntag zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Anselm Bohley Führungen über beide Areale der Landesgartenschau in Frankenberg. Bohley plante über 4000 Quadratmeter Fläche für die Frühjahrsbepflanzung. "Dabei gibt es genaue Berechnungen, wie viele Blumenzwiebeln auf einen Quadratmeter gepflanzt werden. Im Frühjahr ist die Auswahl an pflanzbaren Blumen noch nicht besonders groß", so Anselm Bohley während der Führung.


Auf größeren Flächen der Landesgartenschau hat Anselm Bohley Farbtupfer aus andersfarbigen Blumen eingesetzt. "Es ist wie Musik. Man gestaltet Klänge und ordnet diese zu. Zudem soll man immer etwas zum Entdecken haben", so Bohley. Bei der Gestaltung der Areale verfolgte Bohley eine Mischung der verschiedenen Frühjahrsgewächse und deren Anordnung. "In der Zschopauaue ist viel Bewegung mit der Blumenhalle und der Bühne. Ich wollte dabei etwas mit viel Farbe gestalten", so Anselm Bohley. Die Zschopauaue wurde in einem warmen gelb-roten Farbton bei der Bepflanzung gestaltet. "Im Mühlbachtal ist es eher romantisch und im blauen Farbton gehalten. Die kühle Farbe passt zum Wasser und zum Bach", erklärte Bohley weiter. Auch der Zufall spielt eine Rolle bei der Gestaltung des Frühjahrsflors. "Es ist Zufall, wenn eine Pflanze nicht wächst und eine andere besser. Dann ändert sich das Bild und die Wirkung", so Bohley.

Für Anselm Bohley ist die Landesgartenschau in Frankenberg die dritte Landesgartenschau nach Oschatz und Großenhain, auf welcher er die Planung übernehmen darf. Und die Gartenschauen haben für Bohley eine ganz besondere Bedeutung: "Ich kann mich voll verwirklichen, denn ich kann alle verwendbaren Pflanzensorten auch einsetzen und Neues ausprobieren". In die Landesgartenschau in Frankenberg hat Bohley auch eine ganz eigene Marke eingebracht. "Alles sind Variationen in der Farbe. Im Frühjahr kann man Farben nur mit Tulpen ausspielen sowie mit Narzissen in gelber Farbe. Einen Blauton erzielt man mit Vergissmeinnicht. Man muss dabei Gefallen an der Farbstimmung finden." Mit auf den Weg gibt Anselm Bohley, dass man von der Einheit der vielen Pflanzen und ihrer einheitlichen Stimmung überrascht und angeregt werden soll. Bohley sprach auch an, dass alle Blumen bei einer Umpflanzung weggeworfen werden. "Ich finde es bedauerlich und man sollte es ansprechen, dass sich daran vielleicht etwas ändert", so der gelernte Gärtner. Auf Nachfrage erläuterte Anja Sparmann, Pressesprecherin der Landesgartenschau Frankenberg; "Es handelt sich um extra gezüchtete, einjährige Blumenzwiebeln, welche entsorgt werden".

Zur Gestaltung des Sommerflors im Juli wird Anselm Bohley wieder Führungen über die Landesgartenschau anbieten und den Gästen die Gestaltung der Flächen näher bringen.

Landesgartenschau Der Eintritt für Erwachsene kostet 16, mit Pressekarte der "Freien Presse" 15 Euro. Erwachsene können damit eine beliebige Anzahl eigener Kinder oder Enkel bis einschließlich 17 Jahre kostenlos mitnehmen. Tickets in "Freie Presse"-Shops und bei Shop-Partnern erhältlich. Nur dort gibt es den Pressekarten-Rabatt. Mehr Artikel, Videos und ein interaktiver Lageplan der Landesgartenschau im Internet: www.freiepresse.de/laga2019


Welche Anregungen nehmen Sie aus der Führung von Anselm Bohley mit?

Sylke Gränitz, Gästeführerin: Ich habe einen anderen Blick aus anderer Sicht auf die Gelände der Landesgartenschau bekommen. Ich kann nun die Verbindungen von Farben und Formen nachvollziehen und mit mehr Gefühl über die Landesgartenschau gehen. (efh)

Eberhard Hofmann, Gästeführer: Es war sehr interessant zu hören, wie die Wechsel der Pflanzen auf der Landesgartenschau funktionieren. Auch wurden Pflanzen, welche man vorher nicht zuordnen konnte erklärt. Man merkt, der Mann steht im Stoff. (efh)

Dorota Börner, Gästeführerin: Es war interessant zu erfahren, wie alles geplant wurde. Außerdem bekamen wir Hintergrundinformationen. Auch die Aussagen zur Aussaat der Blumen in den beiden Arealen waren interessant. Ich habe dabei selbst noch etwas gelernt. (efh)

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