Geringswalder Angler kämpfen gegen Bewuchs

In den Teichen herrscht niedriger Wasserstand. Zudem hat es der Angelverein mit einer Pflanze zu tun, die das Leben in den Gewässern zu ersticken droht. Hinzu kommt illegaler Wasserklau.

Geringswalde.

"Die Lage ist nahezu katastrophal", sagt Detlef Arndt, Chef des Angelvereins Geringswalde. Er spielt dabei auf die Klimaveränderungen an, die sich auch auf die Vereinsarbeit auswirkten. Doch die Mitglieder wollen nicht resignieren. Deshalb haben sie für Samstag einen weiteren der freiwilligen Arbeitseinsätze angesetzt. Dabei geht es am Ufer des Staubeckens in Altgeringswalde etwa um Rasenschnitt und, wie Arndt sagte, allgemeine Ordnung am Angelplatz.

Dieses Gewässer bildet allerdings nur eine der "Baustellen" des Vereins. Auf einem Teich an der Unteren Dorfstraße in Altgeringswalde treiben Wasserlinsen in dichten Teppichen. "Damit ist die Oberfläche fast komplett zu", beschreibt Arndt das Problem. Das bedeute: noch weniger Sonne für die Wasserpflanzen, die produzierten entsprechend weniger Sauerstoff. Das biologische Gleichgewicht beginne zu kippen.

Die wuchernden Linsen verschärften die Auswirkungen niedriger Wasserstände zusätzlich. "Denn im Prinzip fehlt ein halber bis dreiviertel Meter in jedem unserer Gewässer." Hinzu komme noch die illegale Entnahme von Wasser, zuletzt beobachtet an einem Teich in einer Siedlung in Nähe der Oberen Dorfstraße. "Das ist derzeit verboten. Aber daran hält sich eben nicht jeder."

Die Geringswalder Angler haben rund um Geringswalde acht Gewässer gepachtet. Darunter auch sogenannte Himmelsteiche. "Die werden durch keinen Zustrom über ein Rohr zum Beispiel gespeist, sondern lediglich von Niederschlägen, also vom Himmel", erklärt Arndt. Drei Teiche liegen seit zwei Jahren mangels Wasser brach. Einer davon ist der sogenannte Plattenteich bei Arras "Wir hatten vergangenes Jahr viel Geld in die Hand genommen, um die Sohle zu entschlammen. Derzeit haben wir im Teich einen Wasserstand von rund zehn Zentimetern. Darin lassen sich keine Fische aufziehen."

Im Prinzip müsste es drei Wochen vernünftig regnen, um Defizite zu beheben, sagt Arndt. Starkregen, wie er immer mal wieder vorkomme, nütze nicht viel. "Denn dann schlemmen uns die Fluten jede Menge Sedimente in die Teiche."

Die teils extremen Witterungsverhältnisse stimmen die Angler nachdenklich. "Wir spielen mit dem Gedanken, die Gewässer abzugeben", so Arndt. Noch scheue man sich vor einem solch radikalen Schritt. Hinge doch nicht zuletzt die gesamte Jugendarbeit in der Luft. Genauso wie das traditionelle An- und Abangeln oder das Kinder- und Fischerfest. Immerhin würden sich unter Leitung von Jugendwart Denny Kucharz und weiterer Betreuer regelmäßig etwa 20 Kinder treffen, um mehr über die Hege und Pflege der Natur zu erfahren.

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