"Leser helfen": In dem Film führt Joli die Regie

Die Fünfjährige ist für ein Video zur Spendenaktion im Alltag begleitet worden. Ihre Familie hat einen großen Weihnachtswunsch.

Hainichen.

So viel Besuch an einem Tag ist selten bei Familie Weise im Hainichener Ortsteil Cunnersdorf. Joli Weise war am Donnerstag aufgeregt und schon am frühen Morgen hellwach, so die Mutter. Neben einer Ergotherapeutin und einer Physiotherapeutin kam ein Kameramann ins Haus. Der Flöhaer Filmemacher Dietmar Hösel wollte Aufnahmen von dem Mädchen für einen Film zum Spendenprojekt "Leser helfen" machen.

Für die "Freie Presse" will Hösel ein Porträt der Fünfjährigen erstellen. In Alltagssituationen setzt er sie in Szene: beim Mittag, bei dem die Mutter Joli den Löffel zum Mund führt; beim Weg vom Pflegebett zum Sofa in der Stube, auf dem das Mädchen getragen werden muss. Joli leidet an einer Nervenerkrankung, spinaler Muskelatrophie. Die Folge ist eine Muskelschwäche. Stehen oder laufen kann sie nicht, ist auf den Rollstuhl oder die Hilfe ihrer Mutter angewiesen. Seit einer OP im November trägt ihre Hüfte Gips.

Dennoch ist es kein Bild von Traurigkeit, welches Dietmar Hösel von ihr zeichnet. Denn Joli hat ein aufgewecktes Wesen, lächelt wie auf Knopfdruck, nimmt die Kamera auch selbst in die Hand und will Details der Technik erfahren. Auf die meisten Fragen von Dietmar Hösel kommen die Antworten ohne Zögern. Bei der Frage nach dem Weihnachtswunsch sieht es anders aus: "Was man sich wünscht, muss geheim bleiben, sonst geht es nicht in Erfüllung", sagt Joli.

Nur ein Wunsch der fünfköpfigen Familie um die alleinerziehende Mutter Claudia Weise ist seit dem Start der Spendenaktion nicht mehr geheim: Sie brauchen ein Auto, mit dem Joli im Rollstuhl gefahren werden kann. Dieser Wunsch soll mit Hilfe der Spenden in Erfüllung gehen. Bis vor kurzem hatte Weise noch einen alten Kleintransporter, von dem sie sich aber nach der Tüv-Prüfung trennen musste. Die Reparatur des Autos hätte sich die Frau, die von Hartz IV lebt, nicht leisten können. :

www.freiepresse.de/leserhelfen

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