Schon wieder Feuer: Hasen sterben im Stall

Hat der Serienbrandstifter von Hainichen erneut zugeschlagen? In der Nacht zum Freitag stand ein Gehege in Flammen. Die Feuerwehr konnte weitere Schäden am Wohnhaus verhindern.

Hainichen.

Ein seltsamer Geruch hat Marco Becker in der Nacht stutzig gemacht. "Im Hof unseres Hauses wurde es irgendwie heller, dann roch es auch schon verbrannt", erinnert sich der junge Mann aus Hainichen. Dann sah er die Flammen und reagierte schnell: "Ich habe den Notruf gewählt und dann alle Nachbarn rausgeklingelt." Immerhin neun Wohnungen gibt es in dem Haus an der Mittweidaer Straße 35, einem aufwendig sanierten historischen Gebäude an der Einmündung zur Feldstraße.

Die Familien flüchteten alle ins Freie, der Brandherd war schnell ermittelt: ein kleiner Hasenstall im Hof, der direkt an der Hauswand stand. "Als wir ankamen, stand der Stall bereits voll in Flammen", berichtet Hainichens Wehrleiter Sandro Weiß. Die Feuerwehr rückte mit 15 Kameraden und drei Fahrzeugen an. "Wir konnten das Gebäude schnell löschen. Glücklicher Umstand war, dass es eine Putzfassade war, keine Styropor-Dämmung", so der Feuerwehrchef. Ansonsten hätte das Haus wohl größeren Schaden genommen, da sich Kunststoff ungleich schneller entzünde.

Der Hasenstall brannte ab, beide Zwergkaninchen überlebten das Feuer nicht. Personen kamen nach Polizeiangaben nicht zu Schaden.

Durch den Brand wurden die Fassade und zwei Fenster des Wohnhauses beschädigt. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf mehrere tausend Euro. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung aufgenommen.

Mehrere Wochen war es in Hainichen seit dem letzten Brand ruhig geblieben.

Doch nun scheint der Brandstifter wieder zugeschlagen zu haben. Davon geht auch Jörg Heimann aus. Er wohnt in dem Haus, und seiner Familie gehörten auch die beiden Zwergkaninchen, die in den Flammen einen qualvollen Tod starben. "Meine Frau und mein zehnjähriger Sohn haben sich um die Tiere gekümmert", erzählte er gestern. "Gegen 18 Uhr hatten wir am Donnerstag die Tiere noch gefüttert, da war alles in Ordnung. So ein Feuer muss gelegt worden sein, da kann sich nichts von selbst entzünden." Bei Familie Heimann sitzt der Schock besonders tief, weil vor allem ihr Sohn den Verlust der Haustiere noch lange nicht verarbeitet hat.

Ob der Täter auch der mutmaßliche Serienbrandstifter ist, der Hainichen seit Monaten in Angst und Schrecken versetzt, will der Familienvater nicht mutmaßen. "Ich bin mir aber sicher, dass gezündelt worden ist. Am Auslauf der Hasen stand eine Tür offen." Heimann geht sogar davon aus, dass der Hof zuvor ausgekundschaftet worden ist: "Es gibt einen Bewegungsmelder. Da muss man also wissen, wo man langgeht, und wo nicht. Außerdem ist unser Hof von außerhalb überhaupt nicht einsehbar. Da muss jemand tagsüber da gewesen sein. Der Täter hat in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kommen."

Jörg Heimann ist froh, dass bei dem Feuer nicht noch Schlimmeres passiert ist. Denn genau über dem kleinen Hasenkäfig befindet sich eine mit Holz eingefasste Loggia. Und bis dahin hätten die Flammen auch gereicht, ist der Mieter sicher.


Zeugen gesucht

Die Polizei sucht Zeugen, die zur Tatzeit Personen oder Fahrzeuge in der Nähe des Tatortes bemerkt haben. Hinweise an das Polizeirevier Mittweida unter Telefon 03727 9800.

Eine Belohnung von 7270 Euro gibt es für den richtigen Hinweis, der zur Ergreifung des Hainichener Serienbrandstifters führt. Die Summe setzt sich zusammen aus 5000 Euro von der Polizeidirektion Chemnitz. Weitere 2270 Euro haben Privatpersonen und die Stadt Hainichen beigesteuert, damit der Täter überführt wird. (ule)

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